Freitag, 29. März 2013

"Fluchstein"

Ich wurde davon wach, das Ramon sich aus meinem Griff löste. 
Blinzelnd versuchte ich irgendetwas zu erkennen, doch mein Blick klärte sich erst nach einigen Sekunden. 
Als ich endlich normal sehen konnte, hatte Ramon sich schon wieder aufgerichtet und spähte über den Felsen. 
Ich blieb sitzen. 
"Nichts zu sehen.", meinte der Junge niedergeschlagen: "Die Wachablösung ist erst in einer Stunde oder so." 
"Du hast den Alani Fluchstein genannt.", bemerkte ich. 
"Wie bitte?"
"Den Alani. Der Smaragd in meinem Handgelenk. Du hast ihn Fluchstein genannt." 
"Ähm, ja. Richtig."
"Warum?", wollte ich wissen. 
Ramon schluckte hart. 
"Warum hast du ihn Fluchstein genannt?", fragte ich: "Der Alani soll unsere Rettung sein. Mithilfe von ihm kann ich irgendwie diese Welt retten. Er ist Segen und kein Fluch!" 
Er fuhr zu mir herum. 
"Auch in meiner Familie gab es sogenannte Alani.", er sah mich wütend an: "Auch meine Familie hat eins daran geglaubt, das diese "Geschenke Gottes", wie der Name übersetzt heißt, unsere Rettung sein würden.", er sah zu Boden: "Meine große Schwester hatte den gelben Alani. Doch der Stein war zu mächtig. Sie wurde verrückt und drehte allmählich durch, bist sie eines Tages alle umbrachte. Ich blieb verschont, weil ich an diesem Tag in der Schule gewesen war. 
Sie sollte unsere Hoffnung sein und doch bedeutete sie unseren Untergang. 
Deswegen glaube ich nicht daran, das sie unsere Rettung sein können." 
"Verstehe.", ich nickte. 
"Okay, los gehts.", meinte Ramon: "Du weißt, wo die Zellen sind?", ich nickte. 
"Du befreist Lirion und die anderen und ich lenke die Wachen ab."
Ich nickte, rannte los. Sprintete über die Freifläche. 
Das Tor zum Gefängnis begann sich zu schließen. 
Ich hechtete darunter hindurch. 
Mit einem Knall schloss sie sich hinter mir. 
Irgendjemand richtete ein Schwert auf mich. 
Langsam stand ich auf, den Blick gesenkt. Dann schoss mein Handgelenk nach vorne und eine Welle grünen Lichts warf den Wachmann vor mir und auch seine wartenden Kollegen um. 
Okay. Weiter gehts. 

An der Zelle angekommen sah ich mich nach einem Schlüssel oder einer Art Öffnungsmechanismus um. Fehlanzeige. Keinerlei Schlüsselloch oder sonst irgendwas an der Tür zu sehen. 
Plötzlich bekam ich einen Stoß in den Rücken, fiel nach vorne gegen das Gitter. Nein. Nicht gegen das Gitter. Durch das Gitter. 
Ich klatschte in eine schmutzige Pfütze. 
"Hey.", hörte ich eine Stimme: "Das ist unser Trinkwasser, pass gefälligst auf!"
"Julius?", fragte ich verwirrt. 
"Elea?", ein Schatten trat aus dem Halbdunkel: "Elea, du bist es!" Und im nächsten Augenblick fand ich mich in einer festen Umarmung wieder. 
"Was machst du hier? Haben sie dich geschnappt?", überhäufte er mich mit Fragen. 
"Naja, eigentlich wollte ich ja befreien ..."
"Tolle Rettungsaktion.", das war Rayan. 
"Ich lächelte. "Ich hab jemanden draußen, der holt uns schon raus!"
"Wer?"
"Ramon." 
"Wie bitte?", entsetzt wich Julius vor mir zurück: "Dieser kleine Assasine der für Karan arbeitet? Was hast du denn mit dem am Hut?" 
"Er ist okay.", ich grinste: "Er hat mich vor Karan gerettet."
"Und dann wird er uns hier rausholen? Ganz sicher."
"Ja.", meinte ich: "Ganz sicher."

Donnerstag, 28. März 2013

Der Kleine

Das Karan mich finden sollte, war klar.
Aber ich dachte nicht, das er es so schnell schaffte.
Nachdem er mit Lukas fertig war, war er schon hinter mir her.
Ich hörte ein Rauschen hinter mir und als ich mich umsah, schaute ich ihm direkt ins Gesicht.
Ohne darüber nachzudenken ließ ich mich fallen, wich seinen nach mir greifenden Händen aus und schoss in die entgegengesetzte Richtung davon.
Als ich an Lukas' Leichnam vorbeikam, überkam mich kurz ein Schuldgefühl, doch ich schüttelte es sogleich wieder ab. Das war der falsche Augenblick, den Karan hatte sich inzwischen umgedreht und flog mir hinterher.
Ich flehte innerlich meinen Alani an, etwas schneller zu fliegen, doch der grüne Smaragd war schon am Ende seiner Kräfte. So wie ich auch.
Ich versteckte mich hinter einem Felsen und versuchte meinen keuchenden Atem zu beruhigen, während ich gleichzeitig sinnloserweise das grüne Licht an meinem Handgelenk versuchte zu verbergen.
Mithilfe seines schwarzen Alanis konnte Karan im Dunkeln sehen. Das düstere Licht sorgte zwar bei Tag nur für Schatten, bei Nacht aber ließ es die Welt für den Besitzer in einem unheimlichen grauen Licht erstrahlen, das niemand anderes sehen kann.
Als Karan vorbeiflog, presste ich mich an den Felsen.
Er blieb in der Luft stehen.
Drehte sich langsam um.
Ich dachte, er hätte mich bemerkt, aber er schüttelte nur den Kopf und flog weiter.
Plötzlich spürte ich eine warme Hand auf meinem Mund.
Ich versuchte mich umzudrehen, doch eine leise Stimme flüsterte in mein Ohr: "Sei still!" Ich nickte. Jeder war besser als Karan.
Ich ließ mich von dem/der Unbekannte/r wegziehen, langsam und leise in die bodenlose Dunkelheit hinter mir.

Als wir außer Hörweite waren, drehte ich mich um. Ohne das ich daran denken musste leuchtete der Alani auf und hüllte die Umgebung in ein sanftes grünes Licht.
Vor mir stand Ramon.
"Du?", keuchte ich.
Und plötzlich wurde mir alles klar.
"Du wolltest mich von Anfang an nicht ausliefern, oder?"
"Genau. Ich mag zwar ein böser kleiner Junge sein, aber ich werde bestimmt nicht den Schlüssel zur Zerstörung der Magicons an den größten Bösewicht unserer Zeit ausliefern!", meinte Ramon.
"Aber warum hast du mich dann überhaupt gefangengenommen?"
"Ich musste mir Karans Vertrauen erarbeiten.", erklärte er.
"Wenn du das Magicon nicht zerstören willst, warum hast du ihn dann geholt?"
"Ich habe ihn nicht geholt. Er ist von alleine gekommen."
"Aber wo warst du dann?"
Der Junge zögerte. "Nicht wichtig ...", murmelte er.
"Okay.", ích sah mich: "Was hast du jetzt vor?"
"Wir befreien Lirion und die anderen, besiegen Karan und holen die ganzen Leute aus dem Tresor raus."
"Das ist ein sehr einfacher Plan.", bemerkte ich.
"Die einfachen Pläne können nicht so schnell durchkreuzt werden. Je komplizierter ein Plan ist, desto mehr kann schief gehen."
"Von wem hast du das?", fragte ich.
"Das sagte einst ein weiser Mann ...", traurig senkte Ramon den Blick.
"Tut mir Leid.", meinte ich betroffen.
"Schon okay.", der Junge straffte sich wieder: "Los geht's."
Er hielt mir die Hand hin. Verwirrt sah ich ihn an.
"Na, wir müssen hoch fliegen! Und ich hab keine Flügel, also müssen wir deinen Fluchstein benutzen.", erklärte Ramon.
Ich nahm seine Hand.
Augenblicklich leuchtete der Stein noch heller als davor und im nächsten Moment schossen wir schon nach oben.
Zum Glück war der Tunnel, durch den wir senkrecht nach oben flogen, relativ breit, denn ich habe keine Ahnung, wie man scharfe Kurven bei hoher Geschwindigkeit machen kann o.O
Nachdem wir eine gefühlte halbe Stunde geflogen waren, kamen wir auf einem Felsenvorsprung an. Meine zitternden Beine hielten mich nicht mehr und ich fiel zu Boden. Ramon blieb unbeweglich stehen und wartete, bis ich mich wieder einigermaßen erholt hatte.
Dann gingen wir weiter.
Lirion und die anderen waren inzwischen in einer anderes Verlies gebracht worden.
Mein Chef war in einer separaten Zelle mit einem dicken Eisenring um den Hals.
Rayan, Julius und die anderen in einer gemeinsamen Größeren gegenüber.
"Worauf warten wir?", fragte ich.
Ramon und ich versteckten uns hinter einem Felsen direkt vor dem Eingang zum Kerker. Ich sah meine Freunde, konnte jedoch nicht zu ihnen.
"Auf die Wachablösung.", Ramon drehte sich um und ließ sich am Felsen hinuntersinken. Erst jetzt bemerkte ich, wie erschöpft der Kleine eigentlich war.
So etwas war wohl doch nichts für einen 10jährigen.
Ich setzte mich neben ihn, legte ihm den Arm um die Schulter. Er lehnte sich an die Meine und war sofort eingeschlafen.
Aber ich blieb noch lange wach. 

Mittwoch, 27. März 2013

Ein letztes Mal

Heute kam es zu etwas ... komischen, was ich eigentlich nicht erwartet habe.
Ich erzähls euch jetzt nicht gleich am Anfang, das würde die ganze Spannung kaputt machen, aber es war wirklich ... komisch. Ich kann es irgendwie immer noch kaum glauben.

Also, ich war ja wieder gefesselt und Lukas bewachte mich, während Ramon Karan holen sollte.
Eine aussichtslose Situation, nicht wahr?
So schien es jedenfalls, selbst für mich, obwohl ich normalerweise ein relativ motivierter Mensch sein kann.
Doch irgendwann begann Lukas zu sprechen.
"Elea?", ich antwortete ihm nicht. Das hielt ihn aber nicht davon ab, weiterzureden: "Ich wollte das alles nicht. Ich dachte, es wäre das Richtige ..."
"Für wenn?", fauchte ich: "Für die Menschen? Für das Magicon? Oder für dich selbst?" Er schluckte betroffen.
Voll ins Schwarze getroffen.
"Ja, ich war ein wenig egoistisch, aber das heißt nicht, das ich Karans Methoden gutheiße, vor allem nicht, wenn er meine Freundin opfern will."
"Ich bin nicht mehr deine Freundin." "Oh."
Hatte er wirklich geglaubt, das ich nach so etwas noch mit ihm zusammen sein könnte? Das ich einfach seinen Verrat vergessen könnte?
Er sah zu Boden.
Er stand auf.
Zückte sein Messer.
Ich versuchte nach hinten wegzurutschen, doch in meinem Rücken war eine massive Wand.
Er kam näher.
Und schnitt meine Fesseln durch.
Verwundert rieb ich mir meine Handgelenke.
"Ich kann nicht zu lassen, das wegen Karan und meinem Egoismus das Magicon untergeht.", antwortete er auf meinen verwirrten Blick: "Selbst wenn ich irgendwann noch der Meinung war, das dies gut ist. Alle Magiconmitglieder in einem Raum einsperren, in dem sie höchstwahrscheinlich verrückt werden, einen Teil töten und Lirion entführen und foltern - da geht er zu weit!", er schnitt die Fesseln am Fuß durch: "Und jetzt, Renn!"
"Aber ... was ist mit dir? Karan wird ..."
"Irgendjemand muss hier bleiben. Und du kannst das nicht sein!"
"Aber ...", eine Träne rollte mir über das Gesicht. Lukas bedeutete mir noch immer etwas! Er war mein Freund, verdammt noch mal. Ich konnte ihn doch nicht einfach Karans Wut überlassen!
Ich hörte ein weit entferntes Rauschen. Karan's coming.
"Lauf!", fauchte Lukas eindringlich: "Lauf um dein Leben!"
Ich nahm ihn in den Arm, drückte ihn ganz fest an mich. Ein letztes Mal atmete ich seinen Geruch ein. Ein letztes Mal ließ ich ihn los, ein letztes Mal drehte ich mich um und winkte ihm. Dann machte ich einen Schritt in den Abgrund und er verschwand aus der Sichtweite.
Als ich schon mehrere Minuten geflogen war, hörte ich seinen schmerzerfüllten Schrei.
Die Situation war klar.
Karan bestrafte ihn. 

Montag, 25. März 2013

Schutz kann auch Fluch sein

ich schreib sobald Lukas mich mal kurz aus den Augen lässt, sry, bin grad unter Zeitdruck

okay, die daraus folgende Frage ist ja, warum in aller Welt ich von Lukas bewacht werde, nicht wahr?
Naja, ich hab einen Fehler gemacht.
Ich hab mich in einer Höhle versteckt.
Wollte Schlafen (verständlich nach 2 Tagen pausenlosen Versteckens)
Um mich vor Ramon und Lukas zu schützen habe ich Schutzzauber gesponnen. Und das war der Fehler -.-
Okay, es klingt jetzt nicht wirklich wie ein Fehler, richtig? Ich meine, der Zauber sollte mich ja schützen.
Aber dadurch, das er da war, bemerkte Ramon mein Versteck.
Tja, und dann holten sie mich raus während ich schlief.
Zumindest waren wir weit von dem See entfernt, deswegen wurden mir einfach nur Beine und Handgelenke zusammengebunden.
Und Lukas sollte mich bewachen, während Ramon Karan holte.
Ich muss hier weg. 

Samstag, 23. März 2013

Ganz kurz mal Zwischendurch

Sry, das ich mich einen Tag lang nicht gemeldet hab, aber die Magie des Smaragdes hat mein Internet gestört.
Im Moment bin ich wieder zurück am See und warte darauf, das Ramon zurückkommt, zurück zu seinem Meister läuft.
Dann werde ich ihm folgen und Lirion und die anderen befreien.
Die letzten 2 Tage im Schnelldurchlauf:
Also, davonfliegen, verstecken, gegen übergroße Fledermäuse kämpfen, fast von Lukas entdeckt werden, stundenlang bewegungslos bleiben, beinahe von Ramon erwischt werden.
Hübsch, nicht wahr?

So, muss Schluss machen, da kommt er! 

Donnerstag, 21. März 2013

Lukas

Erst mal danke für eure Hilfe!
Eure ausführlichen Kommentare haben mir wirklich weitergeholfen.
Okay. Das war böse.
Aber ich hätte am Ende ja eh nicht drauf gehört, nicht wahr?

Also, wie gesagt hatte ich mich in einer kleinen Höhle auf der anderen Seite des Sees vor Ramon und Lukas versteckt, die plötzlich alle Feindseligkeiten aufgehoben (bzw. auf später verschoben) hatten und gemeinsam systematisch die Höhle durchsuchten.
Ich weiß auch nicht, was das mit Jungs ist.
Mal prügeln sie sich und im nächsten Moment sind sie beste Freunde o.O
Egal.
Irgendwann beschloss ich, das das Verstecken sinnlos wäre.
Das lag vielleicht aber daran, das Ramon mein Versteck beinahe entdeckt hatte ...
Auf jeden Fall wartete ich noch einen Augenblick bis er noch ein Stück näher gekommen war, dann sprang ich los.
Ich hatte den Überraschungseffekt auf meiner Seite, also landete ich einen Tritt direkt in seinen Brustkorb. Aber dieser Vorteil währte nicht lange.
Wäre ich nicht so lange an den Felsen gekettet gewesen, ich hätte gegen den 10 Jährigen eine Chance gehabt. Aber nicht so. Nicht nach schrecklicher Ernährung und keinerlei Bewegung.
Den nächsten Schlag fing Ramon ab, führte mich mit seiner linken Hand an meinem Arm an sich vorbei und wollte die Technik mit einem Ellenbogenschlag in den Rücken beenden, doch ich kam ihn zuvor und rammte ihm den meinen in die Seite.
Keuchend schubste er mich weg und hielt sich die Rippen.
Dann straffte er sich wieder, sprang nach vorne.
Doch bevor er mich erwischte, hatte mich Lukas weggezogen.
Ich versuchte mich aus dem Griff meines ehemaligen Freundes zu befreien, doch die paar trainingsfreien Wochen hatten seine Kraft nicht geschmälert.
Mich fest im Griff rannte er durch die Höhle, Ramon dicht auf den Fersen.
"Lass mich los!", brüllte ich ihm ins Ohr, doch er ignorierte mich eisern.
Langsam fiel Ramon immer weiter zurück. Gegen ein durch dunkle Magie an Kraft gewonnenes Magiconmitglied hatte er doch keine Chance.
Als er außer Sichtweite war, sprang Lukas ein letztes Mal in die Luft, landete auf einem höher gelegenem Vorsprung und ließ mich von seinem Rücken runter. Ich rollte mich ab, sprang wieder auf und wollte ihn angreifen, doch irgendetwas in seinem Blick ließ mich innehalten.
Er sah mich einfach an, mit diesem traurigen Hundeblick, der selbst Steine erweichen konnte. Ich erwischte mich dabei wie ich mir wünschte, Lukas damals nicht als Verräter beschimpft zu haben.
Ich schüttelte den Kopf, verbannte solche Gedanken aus meinem Kopf. Lukas war ein Verräter! Er hatte uns an die Vampire verraten, weil er der Meinung gewesen war, das sie Recht hatten.
Recht.
Was war das eigentlich noch, jetzt, wo das Magicon gefallen war, Lirion, einer der mächtigsten Magier dieser Welt, sollte demnächst exekutiert werden, alle unsere Kämpfer waren entweder tot oder in Gefangenschaft und Karinas Reich mit den restlichen Mitgliedern war so gut wie ungeschützt.
Warum sollten wir noch kämpfen, wenn wir eh keine Chance auf den Sieg hatten?
Ich hätte mich Ohrfeigen können. Wie zur Hölle kam ich auf solche Gedanken???
Ich schaute zu Lukas.
"Was willst du?", fauchte ich.
"Ich verstehe, das du nicht vergessen kannst, was ich gemacht hab.", begann er.
Ich sah ihn  mit unbewegter Miene an.
"Aber du musst verstehen, das das die richtige Entscheidung war. Karan ist zu mächtig, als das man sich ihm widersetzen kann. Selbst Lirion ist gefallen!"
"Lirion ist nicht gefallen!", zischte ich wütend: "All das wäre nie passiert, wenn du ihnen nicht den Eingang gezeigt hättest. Und außerdem hat nicht einmal Lirion eine Chance gegen eine solche Übermacht an Vampiren!"
Mit diesen Worten drehte ich mich um und ging zum Abgrund.
Lukas war insgesamt mithilfe von Magie 5 Meter in die Luft gesprungen, um diesen Vorsprung zu erreichen. Ich hatte keine Chance, hier wieder runterzukommen, ohne mich zu verletzen.
Außer ...
Ich sah zu meinem Handgelenk. Der Smaragd leuchtete schon lange nicht mehr, er schimmerte nur leicht in dem Licht, das Lukas heraufbeschworen hatte.
Als er erkannte, was ich vorhatte fing er an, vor Erwartung zu glimmen. Helles Grün.
Erschrocken sah Lukas mich an.
"Tschüssi.", ich sprang hinunter, fing meinem Fall mithilfe des Edelsteins ab und flog davon.
Du kriegst mich bestimmt nicht, mein lieber Lukas.


Mittwoch, 20. März 2013

Verräter hoch 2

Also, ich könnte jetzt einen ewig langen Post darüber schreiben, wie schlecht es mir doch geht, weil Ramon mich hier allein gelassen hat. Weil er einfach nicht zurückkam und mich hier verdursten/verhungern ließ.
Aber das wäre falsch.
Zwar ließ sich mein Gefängniswärter wirklich eine Woche lang nicht blicken, aber irgend so ein kleines bleiches Wesen brachte mir regelmäßig was zu Essen und zu Trinken. Es erinnerte mich an Gollum aus Herr der Ringe, auch wenn so etwas total unlogisch ist.
Er kam so angekrochen und sprach die ganze Zeit von sich selbst, während ich das Zeug aß, was er als Essen bezeichnete. Graugelbe Pampe mit einer roten Soße, die verdächtig nach Blut aussah.
Ich ließ die Finger davon, aber nach 3 Tagen war ich so hungrig, das ich das gelbliche Zeug einfach herunterschlang. Danach war mir zwar kotzübel, aber was tut man nicht fürs überleben ...
Okay, genug von diesem ach so leckeren Gefängnisfraß. Als Essen kann mans ja nicht bezeichnen.
Naja, der Grund, warum ich schreibe ist, das Ramon doch noch zurück gekommen ist.
Gollum war grad da, hatte ein sehr ausdehntes Gespräch mit sich selbst. Ich muss schon zugeben, es ist echt interessant, jemandem zuzuhören, der unter einem so ausgeprägten Narzissmus leidet. Echt.
Ich hatte das "Essen" mal wieder nicht amgerührt.
Er kam einfach her, blaffte Gollum an von wegen er solle gefälligst verschwinden. Diese kleine Ratte tat es dann auch noch.
Naja, Ramon ist ja ziemlich furchteinflößend. Kann es sein. Egal.
Wir waren dann wieder allein.
Ich an meinen Lieblingsfelsen gefesselt, Ramon vor mir stehend.
Er hockte sich vor mich hin. Kam näher.
Ich drückte mich an den Stein, so weit es nur ging.
Ramon legt den Kopf schief.
"Was will Karan von dir?"; fragte er.
"Wie bitte?"
"Was will Karan von dir?", wiederholte der Junge seine Frage.
"Ähm ...", verwirrt sah ich ihn an.
"Er erzählt immer von diesem Opfer und dem Altar. Wie er dich, seine Verlobte, opfern will.", Ramon stand wieder auf: "Aber er will mir nichts davon sagen, was dadurch passiert. Wofür er dich braucht!" Er drehte sich weg.
"Ich ... ich hab keine Ahnung."
"Na dann ... gibt es keinen Grund dich mehr am Leben zu lassen!", Ramon fuhr herum, zückte sein Messer.
"Aber damit würdest du dich Karan widersetzen!"
"Das hatte ich schon lange vor."
Ich zögerte.
"Du würdest ... ihn einfach verraten.", fassungslos sah ich zu ihm hoch: "Du würdest einfach mal deinen Herr und Meister verraten."
"Genau.", er schob mithilfe des Messers meinen Kopf hoch: "Einfach so."
Er holte aus.
"Stop!", rief jemand.
Ich versuchte um den Felsen herumzublicken, doch die Fesseln saßen fest.
"Was willst DU denn hier?", fauchte Ramon den Unbekannten an.
"Ich will Elea. Das ist alles.", er trat um den Felsen herum.
Ich sah ihn. Ich erkannte ihn.
Und ich riss an den Fesseln, um ihm an die Kehle zu fahren.
"Lukas!", brüllte ich, während ich verzweifelt versuchte freizukommen.
Aber nicht, um meinem ehemaligen Freund um den Hals zu fallen, nein, ich wollte ihn ein für alle Mal fertig machen.
Er stellte sich vor mich.
"Ich schätze, es war eine gute Entscheidung, dich nicht heimlich zu befreien, oder?"
Ich starrte ihn nur wütend an.
"Verschwinde!", befahl Ramon: "Das ist meine Aufgabe!"
"Aber zu deiner Aufgabe gehört nicht, das Opfer zu exekutieren, nicht wahr? Und als Stellvertreter Karans des Großen bin ich verpflichtet, dich für diesen Verrat bezahlen zu lassen!", fauchte Lukas.
"Ach, hat er dir eine Beförderung verschafft? Arbeitest jetzt in höchsten Kreisen, hm?", verachtend spie ich diese Worte auf.
Er ignorierte mich, richtete seine Handfläche auf Ramon. Goldene Energie blitze auf, schoss auf den Jungen zu. Traf ihn voll in die Brust.
Nichts passierte.
Überhaupt nichts.
"Ein Immuner.", hauchte ich.
Immune sind ganz selten. Sie absorbieren jede Art von Magie. Einfach jede.
Es ist unmöglich, ihnen mit Magie irgendwelchen Schaden hinzuzufügen.
"Verdammt.", fluchte Lukas und wich einem Faustschlag aus. Er trat Ramon ins Gesicht, der Fuß ging jedoch daneben. Er tauchte unter dem erhoben Arm des Jungen durch, schlug ihm gegen den Rücken. Ramon stolperte einige Schritte nach vorne, fing sich aber sogleich wieder.
Ich war mir nicht ganz sicher, auf wessen Seite ich war.
Stand ich auf Lukas' Seite, einem ehemaligen Magiconmitglied und meinem Exfreund oder stand ich auf der Seite von Ramon, der mich zwar umbringen wollte, aber immerhin gegen den Verräter kämpfte.
Inzwischen stand Lukas wieder mit dem Rücken zu mir. Ramon balancierte am Rande des Felsens. Hinter ihm ging es steil hinab ins dunkle Wasser.
Lukas sprang auf ihn los. Im selben Moment warf der 10 Jährige sein Messer. Mein ehemaliger Freund wich ihm aus. Es fuhr knapp neben meinem Kopf in den Felsen und blieb stecken.
Es dauerte etwas, bis ich realisierte, das die scharfe Klinge meine Fesseln durchtrennt hatte.
Ich befreite mich von den Resten der Ketten, die mich an den Felsen gebunden hatten, bewegte vorsichtig meine Handgelenke und stand dann auf. Etwas wackelig zwar, schließlich war ich über eine Woche lang an dieses Stück Stein in einer sehr unangenehmen Position gefesselt gewesen, aber trotzdem.
Ich stand.
Okay, was jetzt?
Ramon und Lukas kämpften noch immer. Sie hatten noch nicht bemerkt, das ich frei war.
Ich beschloss, mich langsam aber hastig zurückzuziehen. Keine Ahnung, wie das funktionieren soll, auf jeden Fall war ich außer Sichtweite ehe Lukas die zerschnittenen Ketten bemerkte.
Er wies Ramon darauf hin.
Die beiden beschlossen, mich zusammen zu suchen.
Oh.
Super.
Jetzt arbeiten die beiden auch noch zusammen.

Ich bin grad in einer Höhle auf der anderen Seite des Sees, versteck mich vor den beiden. Ich hab keine Ahnung, wie ich hier wieder rauskomme.
Hat einer von euch 'ne Idee?
Ich brauch hier grad wirklich einen Denkanstoß! 

Dienstag, 12. März 2013

Wartezeit

Also, erstmal ist Ramon zwar ziemlich gründlich, aber irgendwie auch etwas dumm.
Er hat mich einfach an diesem Felsen gelassen. Allein.
Ehrlich mal.
Er ist gegangen.
Mal schauen, wann er zurückkommt. o.O

Montag, 11. März 2013

Schlimme Erinnerungen

Ich am Fels. 
Aran, wie er mir näher kommt. 
Aran, wie er mich festhält. 
Aran, wie er mir seine Zähne in den Hals gräbt. 

Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen.
Ramon hat mir irgendwas gegeben, ich weiß nicht, was es war, doch es ist einfach nur furchtbar.

Callie, wie sie über dem Vampir hockt. 
Callie, wie sie mich anspringt. 
Callie, wie sie meinem Hals langsam näher kommt. 

Es soll aufhören!
Ich schreie, reiße an meinen Fesseln, doch keine Chance.
Keine Chance auf entkommen!

Karan, wie er über dem Abgrund schwebt. 
Wie er immer näher kommt. 
Wie er mich in den Arm nimmt. 

Elea, werd bewusstlos, verdammt noch mal!
Elea, schlaf ein, damit du keinen Schmerz mehr empfinden kannst.
Tu es einfach!

Lukas greift mich am Arm. 
Sieht mir in die Augen. Dieser Blick ...
"Es tut mir Leid. Es tut mir so leid." 

Macht, das es stoppt!
Macht, das es ...

Süßer Junge

(nicht wundern, ich hab den Post schon früher geschrieben, aber einfach nicht die Kraft gehabt, ihn Online zu stellen ...)
10.03.2013
Ramon.
Bin ich ihm je schon mal begegnet?
Diesem 10 jährigen Jungen, der mich schon 2 mal bewusstlos geschlagen hat?
Er kommt mir so bekannt vor, wie jemand aus einem längst vergessenem Traum.
Jemand, den man kannte und doch aus irgendeinem Grund vergessen hat.
Er ist irgendwie süß.
Ich meine, schon klar, er ist 10, aber wenn man ihm zuschaut, wie er penibel Knoten um Knoten einen fesselt, wie er penibel seinen Dolch säubert.
Dann findet man ihn eben süß.
So wie man die kleine 3 jährige Schwester süß findet, während sie laut irgendetwas brüllend durch das Zimmer läuft oder grinsend versucht, einen Ball hinter ihrem Rücken zu verstecken.
Aber jetzt mal was ernsthaftes.
Denn auch wenn Ramon übels knuffig ist, so brauchte ich doch ziemlich lange, um ihn zu überzeugen.
Naja.
Ich wachte also auf.
Zum Glück hatte mir Ramon erspart, an den selben Felsen wie vor 2 Wochen (?) gefesselt zu werden, aber er konnte es sich nicht nehmen, mir trotzdem die Handgelenke auf den Rücken und die Füße aneinander zu binden-
Ich lag in einer recht unbequemen Position und versuchte mich erstmal mindestens 5 Minuten lang in eine aufrechte Position hochzuarbeiten. Irgendwie war ich zu stolz, den Jungen darum zu bitten ...
Aber irgendwann hatte ich es doch geschafft.
Ramon währenddessen schnitzte unbeteiligt an einem weißen Stück Holz herum.
Erst auf den zweiten Blick erkannte ich, das das kein Holz, sondern Knochen waren.
Und auf den dritten Blick erkannte ich, das es menschliche Knochen waren.
Was war das für ein 10 Jähriger?
"Wer ist der Meister, von dem du gesprochen hast?", fragte ich, während ich krampfhaft versuchte meinen Blick von seiner Schnitzarbeit abzuwenden.
"Mein Meister eben." Oh. Tolle Antwort o.O
"Und warum braucht er mich?", versuchte ich es.
"Das weiß ich nicht."
Was für ein braver Diener.
"Warum warten wir hier?", dritter Versuch.
"Weil der Meister erst noch mit dem Verräter fertig werden will, bevor er zur Zeremonie schreitet und das Lamm zum Opferaltar führt."
Lamm? Altar? Zeremonie???
Ich verstand gar nichts.
Aber eins war mir klar. Wer der Verräter war.
"Was macht er mit Lirion?", wollte ich wissen.
"Ich weiß es nicht."
"Ach verdammt noch mal, das kann doch wohl kaum die Wahrheit sein! Du bist ein intelligenter 10 Jähriger Junge und ein treuer Diener, du musst doch irgendetwas wissen!"
Ramon sah zu Boden. Ich hatte seinen wunden Punkt getroffen.
"Entweder vertraut er dir nicht genug oder du bist für ihn nicht so wichtig, nicht wahr?", ich tat so, als wäre ich mitfühlend, aber es war nicht nur Show. Der Kleine tat mir wirklich Leid.
Er schwieg.
Hätte ich auch getan, hätte jemand Lirion in Frage gestellt.
Lirion! Er war in Gefahr!
Hastig sah ich mich nach etwas um, das die Schnüre hätte durchschneiden können. Ein spitzer Stein oder ein Felsenvorsprung vielleicht.
Meine Finger fanden ein scharfes Stück abgesplitterten Steines. Langsam begann ich die Fesseln durchzuschaben. Es dauerte nicht lange, da waren die Schnüre so weit locker, das ich sie ohne Probleme hätte losreißen können.
Ich sah zu Ramon. Er hatte es anscheinend noch nicht bemerkt.
Mit einer schnellen Bewegung sprang ich auf, riss mich los und wollte nach ihm schlagen, doch er hob den Arm und fing den meinen ab.
Erschrocken sprang ich wieder zurück.
"Du hättest dich nicht wehren sollen.", meinte er kalt und schnippte mit dem Finger.
Irgendetwas passierte mit dem Alani, also dem Smaragd in meinem Handgelenk. Er fing an, in einem roten Licht zu pulsieren.
Nicht grün. Sonderm rot.
Und dann fiel ich auf den Boden und konnte mich nicht mehr rühren.
Ramon fesselte mich erneut und band mich an den Felsen. An den Felsen.
Irgendwie fand ich den Jungen dann gar nicht mehr süß.

Sonntag, 10. März 2013

Der Alani

(nicht wundern, ich hab den Post schon früher geschrieben, aber einfach nicht die Kraft gehabt, ihn Online zu stellen ...)
09.03.2013
Als ich aufwachte, war ich neben Rayan und Julius an die Wand gefesselt.
Im selben Raum wie Aran.
In mir tobte noch immer die Wut von gestern
Mir war inzwischen klar geworden, warum ich mich gestern so gegen Arans Griff gewehrt hatte.
Nicht weil ich ihn hasse oder ihn nicht ausstehen kann, sondern wegen dem Stein in meinem Handgelenk. Wegen dem grünen Smaragd, der mich mit dem Timechanger verbindet.
Meine Mutter Aria hat vor ihrer Gefangenschaft anscheinend noch eine Art Sicherheitsmechanismus mit eingebaut, der mich vor ihren Brüdern beschützen sollte.
"Endlich wach, kleine Nichte?", ich versuchte verzweifelt, im Halbdunkel am anderen Ende des Raumes irgendetwas zu erkennen. Keine Chance.
Mit einem Zischen entzündeten sich die Fackeln an der Wand und warfen ihr flackerndes, düsteres Licht auf den gefesselten Lirion.
Verräter am eigenen Blut. 
Ich schluckte hart.
Aran trat aus der Dunkelheit, hob die rechte Hand wie zum Gruß.
Unbewusst versuchte ich es nachzumachen, doch die Fesseln hielten.
Der Stein an seinem Handgelenk leuchtete auf.
Ein roter Stein.
Ich blickte nach rechts, mein Smaragd leuchtete plötzlich und ohne das ich was dagegen unternehmen konnte, in einem satten Grün.
"Hör auf!", fauchte ich leise.
"Du sprichst doch nicht etwa mit deinem Alani, oder? ", ich sah auf.
Auch Karan war aus der Dunkelheit getreten. Der Stein in seinem Handgelenk leuchtete aber nicht. Nein. Er leuchtete nicht.
Er saugte das Licht ein.
Er leuchtete schwarz.
Dunkelheit quoll aus ihm heraus.
"Was ... ist das?", wollte Julius leise wissen.
"Das ... ist einer der Vampirlords.", ich sah entsetzt zu den ... Wesen vor uns.
Plötzlich fiel ich nach vorne. Meine Fesseln hatten sich gelöst!
Zitternd stand ich auf.
Der Smaragd an meinem Handgelenk, Karan hatte ihn Alani genannt, leuchtete in einem hellen Grün.
"Elea ... nicht.", Lirion stöhnte auf.
Ich sah mit zusammengekniffenem Mund zu meinen Verwandten.
Karan und Aran.
Warum hatte ich eigentlich einen anderen Namen?
"Es gibt einen Grund, warum du in den Timechanger gefallen bist.", begann Karan.
Ich stand unbeweglich da.
"Aria wusste es nicht, doch ihrer Tochter sollte ein größeres Schicksal bestimmt sein, als einfach nur meine Frau zu sein.", er kicherte: "In dem sie dich freiwillig in den Strom der Zeit gab, half sie uns nur. Wir hätten dasselbe getan, hätten wir dich vor ihr bekommen."
Der Smaragd begann zu pulsieren.
Aran sah erschrocken zu Karan.
Das grüne Licht wurde heller, blendete mich.
Der komische Junge hechte zu mir.
Und plötzlich: War ich irgendwo anders.
Ich sah mich um. Hatte keine Ahnung, WO ich war.
Irgendein See. Ein unterirdischer See!
Nein!
Erschrocken fuhr ich herum und sah genau die Fesseln, mit denen mich Aran an den Felsen gekettet hatte. Damals.
Es schien, als wäre das schon so lange her ...
Klacken. Steine rollten auf den Boden.
Ich duckte mich unter dem Schlag.
"Wer bist du?"; brüllte ich den Jungen an.
"Mein Name ist Ramon.", erklärte er mit unbeteiligter Miene: "Und ich werde dich zurück zum Meister bringen!"
Und er schlug mir an die Schläfe.
Man, wie ich diesen kleinen Idioten hasse!

Freitag, 8. März 2013

Der Junge

Also, der Grund, warum ich über eine Woche lang nicht schreiben konnte, war eben dieses dunkle Loch, von dem ich in dem letzten Post erzählt habe.
Irgendwer schmiss mir zwar regelmäßig was zu Essen hinunter (eigentlich alle 3 Tage ein bisschen was...) und an der Wand floß ein dünner Strahl Wasser hinunter, sodass ich hier weder verdurstete noch verhungerte, aber es war trotzdem total unangenehm.
Naja.
Das Internet fiel gleich am ersten Tag aus, kurz nachdem ich meinen letzten Post geschrieben hatte.
Jeder Tag verlief gleich.
Ich wachte auf, blieb liegen, wartete auf irgendetwas, das nicht eintrat.
Schlief wieder ein.
Hin und wieder stand ich auf, trank etwas oder aß ein bisschen war.
Was anderes konnte man hier nicht machen.
Ich dachte nicht nach. Ich blockierte eine Gedanken, denn mir war klar, das mich so was verrückt machen würde. Das hatte ich schon mal gemacht, aber das ist eine andere Geschichte.
Nach ich weiß nicht wie vielen Tagen (inzwischen ist mir klar geworden, das es etwas mehr als eine Woche war...) wurde ich rausgeholt.
Naja, rausgeholt kann man es nicht nennen.
Jemand schmiss ein Seil rein, an dem ich heraufklettern konnte.
Zwar hatten mich die Tage in dem Loch geschwächt, aber ich zog mich dennoch hoch.
"Komm mit.", sagte ein kleiner Junge.
Er war vielleicht mit.
Selbst wenn die Messer und Dolche an seinem Gürtel gewesen wären, mir wäre nie der Gedanke in den Kopf gekommen, mich zu widersetzen.
Ich hatte eh keine Chance. (Ihr erinnert euch an die Deckendekoration? o.O)
Ich folgte ihm.
Wir gingen durch hohe Gänge, deren Wände aus schwarzem Stein bestanden. Der Boden war schwarzer Marmor. Die Decke schwarzer Fels.
Etwas zu dunkel für meinen Geschmack.
Lirion hätte es gefallen ...
Aber Nein!
Ich verbannte diesen Gedanken aus meinem Kopf.
Ich hatte grad anderes zu Tun.
Nach ca. 10 Minuten blieb der Junge abrupt stehen, so dass ich fast in ihn hineinlief.
"Was ... ist los?", wollte ich erschrocken wissen.
Er sagte nichts.
Ich sah mich um.
Es sah nicht anders aus als die letzten 10 Minuten. Immer noch genauso schwarz.
Plötzlich öffnete sich der Boden unter mir.
Das letzte, was ich sah, war das Gesicht des Jungens. Unbeeindruckt.
Dann fiel ich.
Irgendwie gewöhne ich mich inzwischen daran.
Das ist möglicherweise auch der Grund dafür, das ich diesmal nicht bewusstlos geworden bin. Wenigstens etwas Gutes o.O
Als ich auf dem Boden ankam, war ich trotzdem einige Sekunden lang wie betäubt.
Vor meinen Augen tanzten zuerst noch bunte Schlieren.
Ich kniff sie zusammen und sah auf.
Okay, das hätte ich vielleicht nicht machen sollen.
Erschrocken zuckte ich zusammen.
"Hallo, meine liebe Nichte.", grinste Aran.
"Elea!", rief Julius.
Ich fuhr herum.
Ich war mitten im Raum aus einem Loch in der Decke gestürtzt.
Vor mir war Aran.
Hinter mir waren meine Freunde an die Wand gefesselt.
Ich wollte zu ihnen laufen, doch mein Onkel berührte mich an der Schulter und ich konnte mich nicht mehr rühren.
"Alles okay?", wollte ich wissen, während ich versuchte, mich von dem Zauber, der mich blockierte, zu befreien.
"Ja!", antwortete Julius an seinen Fesseln zerrend.
"Bleibt dort! Ich hol euch!", doch Aran zog mich an ihn ran, flüsterte mir ins Ohr: "Nicht so schnell, liebste Nichte." Ich hätte Kotzen können.
"Lass. Mich. Los!", fauchte ich ihn an.
"Niemals.", zu viel Nähe.
Ich drehte durch.
Schlug wild um mich.
Erwischte Aran am Kopf.
Er ließ mich loß, taumelte benommen zurück.
Ich beruhigte mich nicht.
Irgendjemand, ich glaub, es war dieser komische Junge, schlug mir vor die Stirn.
Ich brach zusammen.
Nun ja, und was danach kam, könnt ihr euch ja denken, oder?

PS: Mir ist grad aufgefallen, das meine Posts immer damit enden, das ich bewusstlos werde. Vielleicht sollte ich mal etwas dagegen unternehmen ...