Freitag, 29. März 2013

"Fluchstein"

Ich wurde davon wach, das Ramon sich aus meinem Griff löste. 
Blinzelnd versuchte ich irgendetwas zu erkennen, doch mein Blick klärte sich erst nach einigen Sekunden. 
Als ich endlich normal sehen konnte, hatte Ramon sich schon wieder aufgerichtet und spähte über den Felsen. 
Ich blieb sitzen. 
"Nichts zu sehen.", meinte der Junge niedergeschlagen: "Die Wachablösung ist erst in einer Stunde oder so." 
"Du hast den Alani Fluchstein genannt.", bemerkte ich. 
"Wie bitte?"
"Den Alani. Der Smaragd in meinem Handgelenk. Du hast ihn Fluchstein genannt." 
"Ähm, ja. Richtig."
"Warum?", wollte ich wissen. 
Ramon schluckte hart. 
"Warum hast du ihn Fluchstein genannt?", fragte ich: "Der Alani soll unsere Rettung sein. Mithilfe von ihm kann ich irgendwie diese Welt retten. Er ist Segen und kein Fluch!" 
Er fuhr zu mir herum. 
"Auch in meiner Familie gab es sogenannte Alani.", er sah mich wütend an: "Auch meine Familie hat eins daran geglaubt, das diese "Geschenke Gottes", wie der Name übersetzt heißt, unsere Rettung sein würden.", er sah zu Boden: "Meine große Schwester hatte den gelben Alani. Doch der Stein war zu mächtig. Sie wurde verrückt und drehte allmählich durch, bist sie eines Tages alle umbrachte. Ich blieb verschont, weil ich an diesem Tag in der Schule gewesen war. 
Sie sollte unsere Hoffnung sein und doch bedeutete sie unseren Untergang. 
Deswegen glaube ich nicht daran, das sie unsere Rettung sein können." 
"Verstehe.", ich nickte. 
"Okay, los gehts.", meinte Ramon: "Du weißt, wo die Zellen sind?", ich nickte. 
"Du befreist Lirion und die anderen und ich lenke die Wachen ab."
Ich nickte, rannte los. Sprintete über die Freifläche. 
Das Tor zum Gefängnis begann sich zu schließen. 
Ich hechtete darunter hindurch. 
Mit einem Knall schloss sie sich hinter mir. 
Irgendjemand richtete ein Schwert auf mich. 
Langsam stand ich auf, den Blick gesenkt. Dann schoss mein Handgelenk nach vorne und eine Welle grünen Lichts warf den Wachmann vor mir und auch seine wartenden Kollegen um. 
Okay. Weiter gehts. 

An der Zelle angekommen sah ich mich nach einem Schlüssel oder einer Art Öffnungsmechanismus um. Fehlanzeige. Keinerlei Schlüsselloch oder sonst irgendwas an der Tür zu sehen. 
Plötzlich bekam ich einen Stoß in den Rücken, fiel nach vorne gegen das Gitter. Nein. Nicht gegen das Gitter. Durch das Gitter. 
Ich klatschte in eine schmutzige Pfütze. 
"Hey.", hörte ich eine Stimme: "Das ist unser Trinkwasser, pass gefälligst auf!"
"Julius?", fragte ich verwirrt. 
"Elea?", ein Schatten trat aus dem Halbdunkel: "Elea, du bist es!" Und im nächsten Augenblick fand ich mich in einer festen Umarmung wieder. 
"Was machst du hier? Haben sie dich geschnappt?", überhäufte er mich mit Fragen. 
"Naja, eigentlich wollte ich ja befreien ..."
"Tolle Rettungsaktion.", das war Rayan. 
"Ich lächelte. "Ich hab jemanden draußen, der holt uns schon raus!"
"Wer?"
"Ramon." 
"Wie bitte?", entsetzt wich Julius vor mir zurück: "Dieser kleine Assasine der für Karan arbeitet? Was hast du denn mit dem am Hut?" 
"Er ist okay.", ich grinste: "Er hat mich vor Karan gerettet."
"Und dann wird er uns hier rausholen? Ganz sicher."
"Ja.", meinte ich: "Ganz sicher."

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