Mittwoch, 20. März 2013

Verräter hoch 2

Also, ich könnte jetzt einen ewig langen Post darüber schreiben, wie schlecht es mir doch geht, weil Ramon mich hier allein gelassen hat. Weil er einfach nicht zurückkam und mich hier verdursten/verhungern ließ.
Aber das wäre falsch.
Zwar ließ sich mein Gefängniswärter wirklich eine Woche lang nicht blicken, aber irgend so ein kleines bleiches Wesen brachte mir regelmäßig was zu Essen und zu Trinken. Es erinnerte mich an Gollum aus Herr der Ringe, auch wenn so etwas total unlogisch ist.
Er kam so angekrochen und sprach die ganze Zeit von sich selbst, während ich das Zeug aß, was er als Essen bezeichnete. Graugelbe Pampe mit einer roten Soße, die verdächtig nach Blut aussah.
Ich ließ die Finger davon, aber nach 3 Tagen war ich so hungrig, das ich das gelbliche Zeug einfach herunterschlang. Danach war mir zwar kotzübel, aber was tut man nicht fürs überleben ...
Okay, genug von diesem ach so leckeren Gefängnisfraß. Als Essen kann mans ja nicht bezeichnen.
Naja, der Grund, warum ich schreibe ist, das Ramon doch noch zurück gekommen ist.
Gollum war grad da, hatte ein sehr ausdehntes Gespräch mit sich selbst. Ich muss schon zugeben, es ist echt interessant, jemandem zuzuhören, der unter einem so ausgeprägten Narzissmus leidet. Echt.
Ich hatte das "Essen" mal wieder nicht amgerührt.
Er kam einfach her, blaffte Gollum an von wegen er solle gefälligst verschwinden. Diese kleine Ratte tat es dann auch noch.
Naja, Ramon ist ja ziemlich furchteinflößend. Kann es sein. Egal.
Wir waren dann wieder allein.
Ich an meinen Lieblingsfelsen gefesselt, Ramon vor mir stehend.
Er hockte sich vor mich hin. Kam näher.
Ich drückte mich an den Stein, so weit es nur ging.
Ramon legt den Kopf schief.
"Was will Karan von dir?"; fragte er.
"Wie bitte?"
"Was will Karan von dir?", wiederholte der Junge seine Frage.
"Ähm ...", verwirrt sah ich ihn an.
"Er erzählt immer von diesem Opfer und dem Altar. Wie er dich, seine Verlobte, opfern will.", Ramon stand wieder auf: "Aber er will mir nichts davon sagen, was dadurch passiert. Wofür er dich braucht!" Er drehte sich weg.
"Ich ... ich hab keine Ahnung."
"Na dann ... gibt es keinen Grund dich mehr am Leben zu lassen!", Ramon fuhr herum, zückte sein Messer.
"Aber damit würdest du dich Karan widersetzen!"
"Das hatte ich schon lange vor."
Ich zögerte.
"Du würdest ... ihn einfach verraten.", fassungslos sah ich zu ihm hoch: "Du würdest einfach mal deinen Herr und Meister verraten."
"Genau.", er schob mithilfe des Messers meinen Kopf hoch: "Einfach so."
Er holte aus.
"Stop!", rief jemand.
Ich versuchte um den Felsen herumzublicken, doch die Fesseln saßen fest.
"Was willst DU denn hier?", fauchte Ramon den Unbekannten an.
"Ich will Elea. Das ist alles.", er trat um den Felsen herum.
Ich sah ihn. Ich erkannte ihn.
Und ich riss an den Fesseln, um ihm an die Kehle zu fahren.
"Lukas!", brüllte ich, während ich verzweifelt versuchte freizukommen.
Aber nicht, um meinem ehemaligen Freund um den Hals zu fallen, nein, ich wollte ihn ein für alle Mal fertig machen.
Er stellte sich vor mich.
"Ich schätze, es war eine gute Entscheidung, dich nicht heimlich zu befreien, oder?"
Ich starrte ihn nur wütend an.
"Verschwinde!", befahl Ramon: "Das ist meine Aufgabe!"
"Aber zu deiner Aufgabe gehört nicht, das Opfer zu exekutieren, nicht wahr? Und als Stellvertreter Karans des Großen bin ich verpflichtet, dich für diesen Verrat bezahlen zu lassen!", fauchte Lukas.
"Ach, hat er dir eine Beförderung verschafft? Arbeitest jetzt in höchsten Kreisen, hm?", verachtend spie ich diese Worte auf.
Er ignorierte mich, richtete seine Handfläche auf Ramon. Goldene Energie blitze auf, schoss auf den Jungen zu. Traf ihn voll in die Brust.
Nichts passierte.
Überhaupt nichts.
"Ein Immuner.", hauchte ich.
Immune sind ganz selten. Sie absorbieren jede Art von Magie. Einfach jede.
Es ist unmöglich, ihnen mit Magie irgendwelchen Schaden hinzuzufügen.
"Verdammt.", fluchte Lukas und wich einem Faustschlag aus. Er trat Ramon ins Gesicht, der Fuß ging jedoch daneben. Er tauchte unter dem erhoben Arm des Jungen durch, schlug ihm gegen den Rücken. Ramon stolperte einige Schritte nach vorne, fing sich aber sogleich wieder.
Ich war mir nicht ganz sicher, auf wessen Seite ich war.
Stand ich auf Lukas' Seite, einem ehemaligen Magiconmitglied und meinem Exfreund oder stand ich auf der Seite von Ramon, der mich zwar umbringen wollte, aber immerhin gegen den Verräter kämpfte.
Inzwischen stand Lukas wieder mit dem Rücken zu mir. Ramon balancierte am Rande des Felsens. Hinter ihm ging es steil hinab ins dunkle Wasser.
Lukas sprang auf ihn los. Im selben Moment warf der 10 Jährige sein Messer. Mein ehemaliger Freund wich ihm aus. Es fuhr knapp neben meinem Kopf in den Felsen und blieb stecken.
Es dauerte etwas, bis ich realisierte, das die scharfe Klinge meine Fesseln durchtrennt hatte.
Ich befreite mich von den Resten der Ketten, die mich an den Felsen gebunden hatten, bewegte vorsichtig meine Handgelenke und stand dann auf. Etwas wackelig zwar, schließlich war ich über eine Woche lang an dieses Stück Stein in einer sehr unangenehmen Position gefesselt gewesen, aber trotzdem.
Ich stand.
Okay, was jetzt?
Ramon und Lukas kämpften noch immer. Sie hatten noch nicht bemerkt, das ich frei war.
Ich beschloss, mich langsam aber hastig zurückzuziehen. Keine Ahnung, wie das funktionieren soll, auf jeden Fall war ich außer Sichtweite ehe Lukas die zerschnittenen Ketten bemerkte.
Er wies Ramon darauf hin.
Die beiden beschlossen, mich zusammen zu suchen.
Oh.
Super.
Jetzt arbeiten die beiden auch noch zusammen.

Ich bin grad in einer Höhle auf der anderen Seite des Sees, versteck mich vor den beiden. Ich hab keine Ahnung, wie ich hier wieder rauskomme.
Hat einer von euch 'ne Idee?
Ich brauch hier grad wirklich einen Denkanstoß! 

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