Wenn ihr den vorherigen Eintrag gelesen habt, wisst ihr, wie ich in diese Scheißsituation reingekommen bin. Ich war nett zu einem kleinen Vampirmädchen und lief deswegen brav in eine Falle hinein, ohne irgendetwas dagegen machen zu können.
Das habe ich eben davon, das ich Vampiren vertraut habe ...
Tja, ich war in einer ganz unangenehmen Lage.
Die Hände vorne zusammengefesselt, die Füße an einen Felsen gekettet, einen Ring um den Hals.
Niemand hier.
Plötzlich flackerte irgendwas im See auf. Ich versuchte mich aufzurichten, doch das Metall hielt. Ich konnte nur mit Mühe erkennen, welche Bilder über das Wasser huschten.
Lukas, Daniel, Julius. Callie. Lirion.
Sie standen noch immer im Ratzimmer, warteten wahrscheinlich auf mich.
Schließlich entschuldigte Lukas sich, ging hinaus. Bemerkte das ich weg war. Kam wieder herein, flüsterte Lirion etwas ins Ohr. Der sah zum Ratsoberhaupt, nickte dann den anderen zu und erhob sich.
Jetzt hörte ich klar und deutlich seine Stimme: "Wir wollen uns für eine Beratung in unser Zimmer zurückziehen."
Der Vampir nickte und meine Freunde verließen den Raum. Nur Callie blieb zurück.
Lirion setzte sich auf den einzigen Stuhl in dem Zimmer, das uns zugewiesen worden war. Julius setzte sich auf sein Bett gegenüber, Lukas lehnte sich gegen die Wand, Daniel blieb an der Tür stehen.
"Hat einer von euch irgendeine Ahnung, wo Elea hingegangen ist?", wollte Lirion wissen.
"Ich bin hier!", schrie ich, doch die 4 hörten mich nicht.
Meine Freunde schüttelten den Kopf.
"Sie ist nach draußen gegangen, nachdem sie den Rat angeschnauzt hat.", meinte Lukas.
"Aber wo ist sie jetzt?", betreten sah Julius zu Boden. Daniel starrte an die Decke.
Plötzlich setzte sich Julius auf.
"Was ist mit Arian?", rief er.
"Wir haben jetzt andere Probleme. Elea wird vermisst, schon vergessen?", fuhr Lukas ihn an.
"Ja, aber hat dieser Vampir nicht irgendwas gesagt ... das sogar Arian gefährlich werden kann und das Elea besitzt! Vielleicht ist sie ja deswegen weg!", erklärte Julius.
Lirion nickte. "Das könnte sein."
"Aber was können wir dann machen? Gegen Arian haben wir keine Chance!!!", Lukas Stimme schraubte sich in atemberaubende Höhen. Er hatte wirklich Angst um mich.
Die Tür wurde aufgestoßen, Daniel fuhr herum.
Der Vampir, den ich vorhin gerettet hatte, kam herein. Er schwankte kurz und fiel dann nach vorne.
Lukas sprang vor und fing ihn auf. Schlaff lag der Körper in seinen Armen.
"Ich weiß ... wo sie ist.", stöhnte der Junge, bevor er bewusstlos wurde.
Plötzlich fuhr ein Schatten über das Wasser.
Wellen schwappten über das Bild, zurück blieb trübes Grau.
Erschrocken sah ich auf. Vor mir materialisierte sich jemand aus dem Schatten.
"Hallo Elea.", meinte eine dunkle Stimme.
"Ha ... hallo.", krampfhaft versuchte ich meine Panik unter Kontrolle zu kriegen.
"Wer bist du?", wollte ich wissen, als ich mich einigermaßen beruhigt hatte.
Aus den wirbelden Schatten trat ein hochgewachsener junger Mann. Langes schwarzes Haar umrahmte seine ebenmäßigen Züge. Seine Kleidung war ein schlichter weißer Anzug.
Er wäre wunderschön.
Wären da nicht diese roten Augen. Die Augen eines Vampires.
"Weißt du das den nicht?", er lächelte.
"Arian ...", keuchte ich, als er sich vor mir hinkniete und mein Kinn anhob.
Arian. Der Bruder von Aria. Mein Urahn.
"Und du bist also die berühmte Elea.", er drehte meinen Kopf zur Seite.
"Lassen Sie mich los!", ich schob mich von ihm weg gegen den Felsen in meinem Rücken.
Keine Chance auf Entkommen.
"Hey. Du brauchst keine Angst haben.", er kam näher. Meine Fesseln knirschten und lösten sich.
Erstaunt sah ich nach unten und dann in seine Augen.
In dem Moment drückte er mich gegen die Wand, hielt meine Handgelenke fest.
Erschrocken sog ich Luft ein. Seinen Geruch. Irgendetwas berauschendes.
Benebelt kniff ich die Augen zusammen.
"Lassen ... Sie ... das ...", keuchte ich.
"Du sollst dich nicht widersetzen.", sein Gesicht kam näher. Kurz vor dem meinen senkte er es zur Seite, setzte seine Lippen an meinen Hals.
Ich zitterte.
Nein!, schrie es in mir, doch irgendetwas hatte mir die Stimme verschlagen.
Ich spürte die Spitze seiner Reißzähne auf meiner Haut und schloss die Augen.
Keine Chance auf Entkommen.
Er biss zu.
Zuerst spürte ich gar nichts. Dann kann der Schmerz, so abrupt, das ich in mich zusammensackte und nur noch von Arians Händen an meinen Gelenken gehalten wurde.
Ich spürte, wie mein Blut meinen Körper verließ. Spürte, wie ich schwächer wurde.
Doch in diesem Moment war es mir gleichgültig. Wenn er mich tötete, würde er das Amulett niemals kriegen. Er würde niemals so stark werden wie seine Schwester.
Dann ließ er mich los.
Ich sank an dem Felsen entlang auf den Boden, kraftlos. Er hatte mich all meiner Energie beraubt.
Blut lief meinen Hals hinunter, tränkte meine Kleidung.
Auch von seinem Mundwinkel tropfte es, doch er wischte es unwirsch weg.
Vor meinen Augen wurde es schwarz, doch er gab mir eine kraftvolle Ohrfeige, sodass ich wieder aufschreckte.
Schwach sah ich ihn an. Ich konnte mich nicht mehr rühren.
Plötzlich brach die Wand zu meiner rechten Seite auf. Als der Staub sich legte, standen Daniel und Lirion in dem riesigen Gewölbe, dahinter erblickte ich Julius und Lukas.
Ich war zu schwach, um sie zu rufen, doch sie sahen mich so oder so.
"Elea!", schrie Lukas und wollte losrennen, doch Arian zog mich hoch, drehte meinen Kopf brutal zur Seite.
Lirion streckte seinen Arm aus und hielt meinen Freund zurück.
"Du weißt, was das ist, nicht war, Lirion?", der Vampir spuckte den Namen aus, als wäre er eklig.
"Du wagst es ...", wütend kniff mein Chef das Gesicht zusammen, woraufhin Arian seinen Kopf in den Nacken warf und schallend loslachte.
"Sie ist in meiner Hand. Macht ihr eine Bewegung zu viel und verärgert mich, wird sie sofort zum Vampir. Und das wäre bestimmt nicht in deinem Interesse, Neffe, oder?", er ließ mich los. Ich fiel zu Boden, kullerte zum Fuße des Felsens und blieb bewegungslos liegen.
"Elea!", schrie Lukas und trat in hilfloser Wut gegen einen Stein.
"Junge, komm her!", befahl Arian. Als mein Freund nicht hörte, ballte er seine Hand zur Faust. Augenblicklich durchschoss mich ein unglaublicher Schmerz, und ich schrie auf.
Ich versuchte mich aufzurichten, brach aber wieder zusammen.
Tu's nicht!, brüllte ich innerlich, Bleib stehen, das ist eine Falle!
Doch Lukas hörte mich nicht, sondern ging gehorsam zu Arian.
"Du bist Eleas Freund, ja?", der Vampir griff ihn an den Haaren und wandte sich zu mir: "Du weißt, was passiert, wenn du mir das Amulett nicht gibst, oder?" Wie um diese zu beweisen, riss er an den Haaren.
Von Lukas kam kein Laut, doch ich sah in seinen Augen, wie sehr ihn diese Tat schmerzte.
"Lass ... ihn ... in ... Ruhe!", keuchte ich.
"Du gibst mir das Amulett!", befahl Arian ungerührt.
"Elea, tu's nicht!", rief Lukas.
Der Vampir senkte seinen Kopf wie er es schon bei mir getan hatte. Ich ahnte was jetzt kommen würde, wünschte, ich könnte etwas tun, doch das hätte mir Lukas nie verziehn. Also blieb ich stumm, als Arian seine Reißzähne entblößte.
Plötzlich schwang sich etwas von der Decke hinunter. Der Junge, den ich mit meinem Blut gerettet, trat Arian in den Rücken, so dass er Lukas losließ.
"Lauf!", brüllte er, während er einem wuchtigen Schlag Arians auswich.
Mein Freund nickte, sprang zu mir herab und richtete mich langsam auf.
Verwirrt ließ ich mir von Lukas helfen, während ich zu dem Vampir schaute. Warum half er uns? Was hatte das zu bedeuten, wo er doch davor der Köder gewesen war, um mich zu fangen!
Wütend schlug Arian den Jungen zur Seite und ballte seine Hand zusammen.
Ich stürzte auf ein Knie.
"Verdammt!", Lukas fluchte und fuhr herum.
In diesem Moment griff Lirion ein.
Mehrere Schatten flogen gleichzeitig auf Arian zu. Den größten Teil davon wehrte seine Aura ab, doch einige prallten mit voller Wucht auf ihn und hielten ihn fest, während Lirion lossprang, um den Vampir endgültig zu erledigen.
Bevor er angekommen war, hatte Arian sich schon von seinen Fesseln befreit.
Die Beiden prallten aufeinander. Man konnte geradezu Funken sprühen sehen.
Lange Zeit konnte keiner die Überhand bekommen, schließlich waren beide etwa gleich stark, auch wenn das nur daran lag, das Arian noch nicht seine volle Macht zurückerlangt hatte.
Plötzlich schien es so, das Lirion gewinnen würde. Die Schatten hingen überall an seinem Gegner und nahmen ihm seine Gewandheit.
Doch da wurde der Vampir wütend, schluf seinem Neffen voll ins Gesicht und sprang in die Luft.
"Stop!", befahl er, als Lirion ihn erneut angreifen wollte.
Unser Chef zögerte.
"Ich mach sie zum Vampir!", er deutete auf mich: "Sie ist euch verdammt wichtig, nicht wahr?", er kam herunter geschwebt, jetzt, wo er sich sicher war, das sein Gegner nicht mehr angreifen würde: "Wie schade, nicht wahr. Das hast du nun davon, das du dein Herz und deine Hoffnungen an eine Sterbliche hängst, Lirion.", er lachte böse.
"Wie kommst du darauf, das ich das tue?", fragte unser Chef, sprang hoch und traf Arians Schläfe.
"Du sollst keine Dummheiten machen!", fauchte dieser und ballte die Hand zu Faust.
Ich schrie auf.
Lirion schaute sich nach mir um.
In diesem Moment wurde es mir zu viel.
Ich griff an meinen Hals, zerrte an der Kette des Amuletts, riss es ab.
Hell strahlte der Diamant in der Mitte auf.
Geblendet fuhr Arian zurück, versuchte mit seinem Arm das Licht abzuwehren.
"Jetzt!", schrie ich.
Daniel und Julius sprangen los und richteten gleichzeitig ihre Arme auf den Vampir.
Lukas verstand und tat es ihnen nach.
"Arian, Bruder von Aria, mein Urahn.", brüllte ich gegen den Sturm an, den die Magie des Amuletts verursachte: "In dem du Mitglieder des Magicons angegriffen hast, hast du ein unentschuldbares Vergehen begangen. Im Namen von Aria, die mir diese Kraft verliehen hat: Ich verbanne dich in den dunklen Schlund der ewigen Schwärze!"
Erschöpft sank ich in mich zusammen.
Schwarze Energie schoss aus den Händen meiner Partner, hüllte Arian ein.
Dann wurde er zu einer dunklen Wolke und schoss, ohne sich dagegen wehren zu können, an mir vorbei in Richtung des Schlundes der ewigen Schwärze, dem schlimmsten aller Verbannungsorte.
Doch bevor er weg war, wisperte er noch leise in mein Ohr: "Ich hab immer noch dein Herz. Ich werde wiederkommen!" Und ich hatte keinen Zweifel daran, das er sein Versprechen wahr machen würde.
Naja, ich werde jetzt nicht beschreiben, wie wir wieder zurück ins Magicon gekommen sind.
Wir wurden ordnungsmäßig behandelt.
Doch bevor ich ging, wollte ich noch jemanden besuchen.
"Warum hast du uns geholfen?", wollte ich von dem Jungen wissen.
"Arian hatte Callie unter seiner Kontrolle. Wir hatten keine Chance uns zu widersetzen, und warum auch, ihr seid schließlich Mitglieder des Magicons und denen sind wir ja bekanntlicherweise egal. Nun ja, sie griff mich mit dem Schwert an, und an das, was danach passierte, kann ich mich nur verschwommen erinnern.
Doch da warst du.", er blickte in meine Augen: "Du hast freiwillig Blut geopfert, um einen einfachen Vampir zu helfen, und das ohne Befehl des Magicons. Ich wusste sofort, du warst anders. Da konnte ich dich doch nicht einfach Arian überlassen!"
"Danke.", ich lächelte. Dann fuhr ich fort: "Du wirst hier im Magicon noch ordnungsgemäß behandelt, danach kannst du zurück zu deiner Familie. Ich werde dafür sorgen, das man die Versorgung mit Blutpulver in deiner Stadt verbessert."
"Danke. Aber ich habe nicht vor, zurückzusamagehen.", meinte der Junge.
"Wie bitte?"
"Ich bleib hier und meld mich fürs Magicon an. Jetzt wo ich von eurem Leben gekostet habe ... kann ich nicht einfach aufhören.", erklärte er.
Ich nickte. Das war verständlich. Dann ging ich zur Tür. Im Rahmen drehte ich mich noch einmal um.
"Wie ist dein Name?", wollte ich wissen.
"Mein Name ist Rayen, Elea-sama. Einfach nur Rayen "
"Okay, einfach nur Rayen. Bis dann!"
Das habe ich eben davon, das ich Vampiren vertraut habe ...
Tja, ich war in einer ganz unangenehmen Lage.
Die Hände vorne zusammengefesselt, die Füße an einen Felsen gekettet, einen Ring um den Hals.
Niemand hier.
Plötzlich flackerte irgendwas im See auf. Ich versuchte mich aufzurichten, doch das Metall hielt. Ich konnte nur mit Mühe erkennen, welche Bilder über das Wasser huschten.
Lukas, Daniel, Julius. Callie. Lirion.
Sie standen noch immer im Ratzimmer, warteten wahrscheinlich auf mich.
Schließlich entschuldigte Lukas sich, ging hinaus. Bemerkte das ich weg war. Kam wieder herein, flüsterte Lirion etwas ins Ohr. Der sah zum Ratsoberhaupt, nickte dann den anderen zu und erhob sich.
Jetzt hörte ich klar und deutlich seine Stimme: "Wir wollen uns für eine Beratung in unser Zimmer zurückziehen."
Der Vampir nickte und meine Freunde verließen den Raum. Nur Callie blieb zurück.
Lirion setzte sich auf den einzigen Stuhl in dem Zimmer, das uns zugewiesen worden war. Julius setzte sich auf sein Bett gegenüber, Lukas lehnte sich gegen die Wand, Daniel blieb an der Tür stehen.
"Hat einer von euch irgendeine Ahnung, wo Elea hingegangen ist?", wollte Lirion wissen.
"Ich bin hier!", schrie ich, doch die 4 hörten mich nicht.
Meine Freunde schüttelten den Kopf.
"Sie ist nach draußen gegangen, nachdem sie den Rat angeschnauzt hat.", meinte Lukas.
"Aber wo ist sie jetzt?", betreten sah Julius zu Boden. Daniel starrte an die Decke.
Plötzlich setzte sich Julius auf.
"Was ist mit Arian?", rief er.
"Wir haben jetzt andere Probleme. Elea wird vermisst, schon vergessen?", fuhr Lukas ihn an.
"Ja, aber hat dieser Vampir nicht irgendwas gesagt ... das sogar Arian gefährlich werden kann und das Elea besitzt! Vielleicht ist sie ja deswegen weg!", erklärte Julius.
Lirion nickte. "Das könnte sein."
"Aber was können wir dann machen? Gegen Arian haben wir keine Chance!!!", Lukas Stimme schraubte sich in atemberaubende Höhen. Er hatte wirklich Angst um mich.
Die Tür wurde aufgestoßen, Daniel fuhr herum.
Der Vampir, den ich vorhin gerettet hatte, kam herein. Er schwankte kurz und fiel dann nach vorne.
Lukas sprang vor und fing ihn auf. Schlaff lag der Körper in seinen Armen.
"Ich weiß ... wo sie ist.", stöhnte der Junge, bevor er bewusstlos wurde.
Plötzlich fuhr ein Schatten über das Wasser.
Wellen schwappten über das Bild, zurück blieb trübes Grau.
Erschrocken sah ich auf. Vor mir materialisierte sich jemand aus dem Schatten.
"Hallo Elea.", meinte eine dunkle Stimme.
"Ha ... hallo.", krampfhaft versuchte ich meine Panik unter Kontrolle zu kriegen.
"Wer bist du?", wollte ich wissen, als ich mich einigermaßen beruhigt hatte.
Aus den wirbelden Schatten trat ein hochgewachsener junger Mann. Langes schwarzes Haar umrahmte seine ebenmäßigen Züge. Seine Kleidung war ein schlichter weißer Anzug.
Er wäre wunderschön.
Wären da nicht diese roten Augen. Die Augen eines Vampires.
"Weißt du das den nicht?", er lächelte.
"Arian ...", keuchte ich, als er sich vor mir hinkniete und mein Kinn anhob.
Arian. Der Bruder von Aria. Mein Urahn.
"Und du bist also die berühmte Elea.", er drehte meinen Kopf zur Seite.
"Lassen Sie mich los!", ich schob mich von ihm weg gegen den Felsen in meinem Rücken.
Keine Chance auf Entkommen.
"Hey. Du brauchst keine Angst haben.", er kam näher. Meine Fesseln knirschten und lösten sich.
Erstaunt sah ich nach unten und dann in seine Augen.
In dem Moment drückte er mich gegen die Wand, hielt meine Handgelenke fest.
Erschrocken sog ich Luft ein. Seinen Geruch. Irgendetwas berauschendes.
Benebelt kniff ich die Augen zusammen.
"Lassen ... Sie ... das ...", keuchte ich.
"Du sollst dich nicht widersetzen.", sein Gesicht kam näher. Kurz vor dem meinen senkte er es zur Seite, setzte seine Lippen an meinen Hals.
Ich zitterte.
Nein!, schrie es in mir, doch irgendetwas hatte mir die Stimme verschlagen.
Ich spürte die Spitze seiner Reißzähne auf meiner Haut und schloss die Augen.
Keine Chance auf Entkommen.
Er biss zu.
Zuerst spürte ich gar nichts. Dann kann der Schmerz, so abrupt, das ich in mich zusammensackte und nur noch von Arians Händen an meinen Gelenken gehalten wurde.
Ich spürte, wie mein Blut meinen Körper verließ. Spürte, wie ich schwächer wurde.
Doch in diesem Moment war es mir gleichgültig. Wenn er mich tötete, würde er das Amulett niemals kriegen. Er würde niemals so stark werden wie seine Schwester.
Dann ließ er mich los.
Ich sank an dem Felsen entlang auf den Boden, kraftlos. Er hatte mich all meiner Energie beraubt.
Blut lief meinen Hals hinunter, tränkte meine Kleidung.
Auch von seinem Mundwinkel tropfte es, doch er wischte es unwirsch weg.
Vor meinen Augen wurde es schwarz, doch er gab mir eine kraftvolle Ohrfeige, sodass ich wieder aufschreckte.
Schwach sah ich ihn an. Ich konnte mich nicht mehr rühren.
Plötzlich brach die Wand zu meiner rechten Seite auf. Als der Staub sich legte, standen Daniel und Lirion in dem riesigen Gewölbe, dahinter erblickte ich Julius und Lukas.
Ich war zu schwach, um sie zu rufen, doch sie sahen mich so oder so.
"Elea!", schrie Lukas und wollte losrennen, doch Arian zog mich hoch, drehte meinen Kopf brutal zur Seite.
Lirion streckte seinen Arm aus und hielt meinen Freund zurück.
"Du weißt, was das ist, nicht war, Lirion?", der Vampir spuckte den Namen aus, als wäre er eklig.
"Du wagst es ...", wütend kniff mein Chef das Gesicht zusammen, woraufhin Arian seinen Kopf in den Nacken warf und schallend loslachte.
"Sie ist in meiner Hand. Macht ihr eine Bewegung zu viel und verärgert mich, wird sie sofort zum Vampir. Und das wäre bestimmt nicht in deinem Interesse, Neffe, oder?", er ließ mich los. Ich fiel zu Boden, kullerte zum Fuße des Felsens und blieb bewegungslos liegen.
"Elea!", schrie Lukas und trat in hilfloser Wut gegen einen Stein.
"Junge, komm her!", befahl Arian. Als mein Freund nicht hörte, ballte er seine Hand zur Faust. Augenblicklich durchschoss mich ein unglaublicher Schmerz, und ich schrie auf.
Ich versuchte mich aufzurichten, brach aber wieder zusammen.
Tu's nicht!, brüllte ich innerlich, Bleib stehen, das ist eine Falle!
Doch Lukas hörte mich nicht, sondern ging gehorsam zu Arian.
"Du bist Eleas Freund, ja?", der Vampir griff ihn an den Haaren und wandte sich zu mir: "Du weißt, was passiert, wenn du mir das Amulett nicht gibst, oder?" Wie um diese zu beweisen, riss er an den Haaren.
Von Lukas kam kein Laut, doch ich sah in seinen Augen, wie sehr ihn diese Tat schmerzte.
"Lass ... ihn ... in ... Ruhe!", keuchte ich.
"Du gibst mir das Amulett!", befahl Arian ungerührt.
"Elea, tu's nicht!", rief Lukas.
Der Vampir senkte seinen Kopf wie er es schon bei mir getan hatte. Ich ahnte was jetzt kommen würde, wünschte, ich könnte etwas tun, doch das hätte mir Lukas nie verziehn. Also blieb ich stumm, als Arian seine Reißzähne entblößte.
Plötzlich schwang sich etwas von der Decke hinunter. Der Junge, den ich mit meinem Blut gerettet, trat Arian in den Rücken, so dass er Lukas losließ.
"Lauf!", brüllte er, während er einem wuchtigen Schlag Arians auswich.
Mein Freund nickte, sprang zu mir herab und richtete mich langsam auf.
Verwirrt ließ ich mir von Lukas helfen, während ich zu dem Vampir schaute. Warum half er uns? Was hatte das zu bedeuten, wo er doch davor der Köder gewesen war, um mich zu fangen!
Wütend schlug Arian den Jungen zur Seite und ballte seine Hand zusammen.
Ich stürzte auf ein Knie.
"Verdammt!", Lukas fluchte und fuhr herum.
In diesem Moment griff Lirion ein.
Mehrere Schatten flogen gleichzeitig auf Arian zu. Den größten Teil davon wehrte seine Aura ab, doch einige prallten mit voller Wucht auf ihn und hielten ihn fest, während Lirion lossprang, um den Vampir endgültig zu erledigen.
Bevor er angekommen war, hatte Arian sich schon von seinen Fesseln befreit.
Die Beiden prallten aufeinander. Man konnte geradezu Funken sprühen sehen.
Lange Zeit konnte keiner die Überhand bekommen, schließlich waren beide etwa gleich stark, auch wenn das nur daran lag, das Arian noch nicht seine volle Macht zurückerlangt hatte.
Plötzlich schien es so, das Lirion gewinnen würde. Die Schatten hingen überall an seinem Gegner und nahmen ihm seine Gewandheit.
Doch da wurde der Vampir wütend, schluf seinem Neffen voll ins Gesicht und sprang in die Luft.
"Stop!", befahl er, als Lirion ihn erneut angreifen wollte.
Unser Chef zögerte.
"Ich mach sie zum Vampir!", er deutete auf mich: "Sie ist euch verdammt wichtig, nicht wahr?", er kam herunter geschwebt, jetzt, wo er sich sicher war, das sein Gegner nicht mehr angreifen würde: "Wie schade, nicht wahr. Das hast du nun davon, das du dein Herz und deine Hoffnungen an eine Sterbliche hängst, Lirion.", er lachte böse.
"Wie kommst du darauf, das ich das tue?", fragte unser Chef, sprang hoch und traf Arians Schläfe.
"Du sollst keine Dummheiten machen!", fauchte dieser und ballte die Hand zu Faust.
Ich schrie auf.
Lirion schaute sich nach mir um.
In diesem Moment wurde es mir zu viel.
Ich griff an meinen Hals, zerrte an der Kette des Amuletts, riss es ab.
Hell strahlte der Diamant in der Mitte auf.
Geblendet fuhr Arian zurück, versuchte mit seinem Arm das Licht abzuwehren.
"Jetzt!", schrie ich.
Daniel und Julius sprangen los und richteten gleichzeitig ihre Arme auf den Vampir.
Lukas verstand und tat es ihnen nach.
"Arian, Bruder von Aria, mein Urahn.", brüllte ich gegen den Sturm an, den die Magie des Amuletts verursachte: "In dem du Mitglieder des Magicons angegriffen hast, hast du ein unentschuldbares Vergehen begangen. Im Namen von Aria, die mir diese Kraft verliehen hat: Ich verbanne dich in den dunklen Schlund der ewigen Schwärze!"
Erschöpft sank ich in mich zusammen.
Schwarze Energie schoss aus den Händen meiner Partner, hüllte Arian ein.
Dann wurde er zu einer dunklen Wolke und schoss, ohne sich dagegen wehren zu können, an mir vorbei in Richtung des Schlundes der ewigen Schwärze, dem schlimmsten aller Verbannungsorte.
Doch bevor er weg war, wisperte er noch leise in mein Ohr: "Ich hab immer noch dein Herz. Ich werde wiederkommen!" Und ich hatte keinen Zweifel daran, das er sein Versprechen wahr machen würde.
Naja, ich werde jetzt nicht beschreiben, wie wir wieder zurück ins Magicon gekommen sind.
Wir wurden ordnungsmäßig behandelt.
Doch bevor ich ging, wollte ich noch jemanden besuchen.
"Warum hast du uns geholfen?", wollte ich von dem Jungen wissen.
"Arian hatte Callie unter seiner Kontrolle. Wir hatten keine Chance uns zu widersetzen, und warum auch, ihr seid schließlich Mitglieder des Magicons und denen sind wir ja bekanntlicherweise egal. Nun ja, sie griff mich mit dem Schwert an, und an das, was danach passierte, kann ich mich nur verschwommen erinnern.
Doch da warst du.", er blickte in meine Augen: "Du hast freiwillig Blut geopfert, um einen einfachen Vampir zu helfen, und das ohne Befehl des Magicons. Ich wusste sofort, du warst anders. Da konnte ich dich doch nicht einfach Arian überlassen!"
"Danke.", ich lächelte. Dann fuhr ich fort: "Du wirst hier im Magicon noch ordnungsgemäß behandelt, danach kannst du zurück zu deiner Familie. Ich werde dafür sorgen, das man die Versorgung mit Blutpulver in deiner Stadt verbessert."
"Danke. Aber ich habe nicht vor, zurückzusamagehen.", meinte der Junge.
"Wie bitte?"
"Ich bleib hier und meld mich fürs Magicon an. Jetzt wo ich von eurem Leben gekostet habe ... kann ich nicht einfach aufhören.", erklärte er.
Ich nickte. Das war verständlich. Dann ging ich zur Tür. Im Rahmen drehte ich mich noch einmal um.
"Wie ist dein Name?", wollte ich wissen.
"Mein Name ist Rayen, Elea-sama. Einfach nur Rayen "
"Okay, einfach nur Rayen. Bis dann!"
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