Vorneweg muss ich sagen: Nein, wir sind heute nicht aus dem Gewölbe rausgekommen. Und ich sitze an einem verdammten Überwachungssee und bin gefesselt. Zum Glück kann ich mit einer Hand Blog schreiben, sonst würde ich durchdrehen ...
Nachdem wir gestern in unsere Betten gefallen sind, lag ich noch eine Weile lang wach. Habe nachgedacht. Über Callie. Über die Vampire. Über die Kellergewölbe. Über den Krieg?
Stimmte das, was meine beste Freundin sagte?
Wurden die Vampirgewölbe wirklich so schlecht überwacht, das sich hier ein Krieg, nein eine Fehde zwischen den verfeindeten Vampiren ausbilden konnte? War Lirion so unaufmerksam?
Ich konnte das irgendwie nicht glauben. Wollte es nicht.
Denn das bedeutete, das nicht nur die Wächter der Gewölbe in Gefahr waren sondern alle Menschen, egal ob Mitglieder eines Magicons oder nicht. Egal ob eingeweiht in die Geheimnisse oder nicht.
Wenn so etwas hier unter dem Magicon passieren konnte, ohne das wir was mitbekommen - wo kann es dann noch passieren?
Irgendwann bin ich dann aber doch noch eingeschlafen.
Am nächsten Morgen - oder war es schon Nachmittag, ich hatte in dieser ewigen Dunkelheit alles Zeitgefühl verloren - gab es sogar etwas zu essen. Ich rührte es nicht an, weil es aussah, wie gebratene Ratte. ich glaub das war es auch ...
Als ich wieder aufwachte, war ich in der Situation, die ich am Anfang beschrieben hatte.
Nachdem wir gestern in unsere Betten gefallen sind, lag ich noch eine Weile lang wach. Habe nachgedacht. Über Callie. Über die Vampire. Über die Kellergewölbe. Über den Krieg?
Stimmte das, was meine beste Freundin sagte?
Wurden die Vampirgewölbe wirklich so schlecht überwacht, das sich hier ein Krieg, nein eine Fehde zwischen den verfeindeten Vampiren ausbilden konnte? War Lirion so unaufmerksam?
Ich konnte das irgendwie nicht glauben. Wollte es nicht.
Denn das bedeutete, das nicht nur die Wächter der Gewölbe in Gefahr waren sondern alle Menschen, egal ob Mitglieder eines Magicons oder nicht. Egal ob eingeweiht in die Geheimnisse oder nicht.
Wenn so etwas hier unter dem Magicon passieren konnte, ohne das wir was mitbekommen - wo kann es dann noch passieren?
Irgendwann bin ich dann aber doch noch eingeschlafen.
Am nächsten Morgen - oder war es schon Nachmittag, ich hatte in dieser ewigen Dunkelheit alles Zeitgefühl verloren - gab es sogar etwas zu essen. Ich rührte es nicht an, weil es aussah, wie gebratene Ratte. ich glaub das war es auch ...
Tja, Lukas und
Daniel hatten da keine Beklemmungen.
Bei Julius bin
ich mir nicht sicher, der kam nämlich erst aus unserem Zimmer, als wir fertig
waren.
Callie führte
uns sofort danach zum Vampirrat. Zumindest nannte sie es so, auch wenn ich
nicht wirklich glauben konnte, das solche blutdürstigen Wesen wie Vampire eine
wirkliche Regierung bilden konnte. Laut der Ausbildung des Magicons regierte
hier eiskalt das Gesetz des Stärkeren.
Tja, da hatten
sich die Wissenschaftler wohl gehörig geirrt.
Der Rat bestand
aus 5 Personen und war ordnungsmäßig gewählt.
Er lag mitten in
einer belebten Vampirstadt.
"Ihr seid
die Einheit des Magicons, von der Caela erzählt hat?", wollte einer der
Mitglieder wissen.
Ich trat vor und
nickte: "Mein Name ist Elea. Das sind Lican, Archer und
Kiryan."
(Kommentar von
mir: Daniel ist Lican, Julius ist Archer und Lukas Kiryan. Aber unsere
richtigen Namen wollte ich vor dem Rat der Vampire nicht verwenden)
Ein Raunen ging
durch die Vampire. Waren wir so bekannt?
"Willkommen,
Elea. Wir haben schon viel von dir gehört!", der Vampir, der sprach
verbeugte sich. Die anderen taten es ihm gleich.
Unangenehm
berührt murmelte ich so etwas wie: "Das ist doch nicht nötig."
Als das
Ratsmitglied vor mir sich wieder erhob, sah ich in seinen Augen etwas, das mir
Angst machte. Doch ich konnte es einfach nicht identifizieren ...
"Was sollen
wir hier?", wollte ich wissen.
Der Rat trat zur
Seite. Hinter ihnen an der Wand war in roter Schrift die Buchstaben "IHMV.
DWIS. ARIAN."
Ich schluckte.
Julius trat an mich heran und flüsterte: "Was bedeutet das?"
"Das ist
die Nachricht ...", keuchte ich: "Die Orlain an das Magicon geschickt
hatte, bevor er den 130jährigen Krieg begann. Es lautet: Ihr habt mich
verraten. Dafür werdet ihr sterben. Aber was das letzte bedeutet, weiß ich
nicht."
"Es ist ein
Name.", Callie strich über die roten Buchstaben.
"Nein, das
kann nicht sein! Er ist schon seit Ewigkeiten tot!", widersprach
ich.
"Dachten
wir ...", meinte Lukas düster. Ich fuhr zu ihm herum.
"Was willst
du damit sagen?", schrie ich.
"Lirion
hatte schon seit längerem die Vermutung, das er entkommen ist und sich in den
Kellergewölben versteckt."
"Aber warum
hat er mir nichts gesagt?"
"Du hattest
genug Probleme mit Callie, er wollte dich nicht belasten, bevor er sich sicher
war."
Ich
schluckte.
"Worum geht
es? Wer hat das geschrieben?", Julius verstand nicht.
"Das ist
die Nachricht von Arian, dem Bruder von Aria.", ich sah zu den riesigen
Buchstaben hinauf: "Er will Rache üben für die Fesseln, die seine
Schwester der Gesellschaft der Vampire angelegt hat..."
Vor langer Zeit
gab es auf unserer Welt keine Magicons und magische und
nichtmagische Wesen lebten nebeneinander. Wann immer ein Vampir oder ein
Dämon Hunger hatten, rissen sie Menschen. Niemand konnte sich ihnen
entgegensetzen.
Also schlossen 3
magische und 3 nichtmagische Wesen einen Pakt. Vampire und andere Wesen der
Nacht durften weiter exestieren, aber im Geheimnen.
Das war das
Gesetz des Magicons.
Aria gehörte zu
den magischen Wesen. Ihr Bruder hatte ihr seit dieser Zeit nicht
verziehen.
Auch wenn sie
schon längst tot war, Arian lebte noch und sinnte nach Rache. An dem Magicon.
Und vor allem an den Nachfahren der Vampire, die ihn damals verraten hatten und
sich dem Pakt angeschlossen hatten.
"Aber gegen
Arian haben wir nicht den Hauch einer Chance! Er ist ein jahrtausende alter
Vampir!", warf Daniel ein.
"Dann wollt
ihr also, das er diese Welt, die wir kennen, einfach in Schutt und Asche
legt?!", fuhr Callie ihn an.
"Ich bin
einfach nur der Meinung, das wir vier, egal wie berühmt oder bekannt wir sind,
keine Chance gegen Arian haben! Wir würden es nur noch schlimmer machen!",
fauchte Daniel zurück.
"Leute,
Klappe.", befahl ich. Die beiden verstummten.
"Ich
verstehe Eure Besorgnis, doch ich sehe nicht ein, warum nur wir das wissen
dürfen und nicht das Magicon! Wie Lican gesagt hat, wir werden wohl kaum eine
nennenswerte Chance gegen Arian haben, selbst wenn er noch nicht alle seine
Kräfte erlangt hat!", erklärte ich.
"Das ist
nicht richtig, oder? Du besitzt etwas, was selbst dem großen Arian gefährlich
werden kann, nicht wahr?", der Vampir kam mir dabei so nah, das es mir
richtig unangenehm wurde.
Unwillkürlich
fasste ich mir an den Hals. Das Amulett, das mir meine Mutter vor ihrem Tod
gegeben hatte, materialisierte sich sofort in meiner Hand. Es strahlte eine
beruhigende Wärme ab.
Lukas ging
zwischen mich und den Vampir. "Lass sie in Ruhe.", zischte er
wütend.
"Kiryan,
nicht wahr?", der Mann lächelte: "Dann bist du also der Freund der
berühmten Elea. Wie ist es so, im Schatten eines Mädchens zu leben, hm?"
"Ich komm
damit zurecht.", fauchte Lukas.
Ich schob meinen
Freund zur Seite. "Schon Okay.", murmelte ich.
"Ich habe
nicht vor, es jetzt zu verwenden.", erklärte ich: "Und jetzt würde
ich gerne gehen und ich glaube, meinen Leuten geht es genauso. Ihr werdet uns
nicht aufhalten."
Der Vampir
nickte mit einem kühlen Lächeln auf der Lippe.
Ich drehte mich
auf dem Absatz um und verließ den Raum mit klopfendem Herzen.
Draußen lehnte
ich mich erschöpft gegen die Wand.
Ich hasse
Disskussionen mit Vampiren. Mit ihrer unheimlichen Aura nebeln sie deinen Geist
ein, so dass du nicht mehr ordentlich denken kannst und dann flößen sie dir
unauffällig ihre Gedanken ein.
Gruselig.
Das ist das
Wort, was die am besten beschreibt.
Sie sind
gruselig.
Plötzlich hörte
ich ein Geräusch hinter der nächsten Ecke und fuhr herum.
Ein kleines
Mädchen, es sah aus wie 5, kam hervor, warf sich mir in den Arm.
Ich zuckte
zusammen. Es war eiskalt.
Sie war eine
Vampirin.
"O-nii-sama
ist ganz doll krank und O-kaa-San hat gesagt, das du ihm helfen kannst!",
weinte sie.
Krampfhaft
versuchte ich mich an meine minimalen Japanisch-Kentnisse zu erinnern.
O-kaa-san heißt Mami und O-nii-sama ... Bruder.
"Aber wie
kann ich deinem Bruder helfen, Ko-chan?", fragte ich sie sanft. Ko
bedeutet Kleines, ich finde, es passte ganz gut zu ihr.
"Er braucht
das Blut eines Menschen. Und du bist doch ein lieber Mensch, kannst du ihm
nicht ein wenig Blut geben? Bitte!", sie schluchzte.
Ich hatte mir
irgendwann geschworen, niemanden je mein Blut wieder zu geben. Doch wenn
Ko-chan so lieb fragte ... ich kann einem kleinen Mädchen nichts abschlagen,
vor allem nicht, wenn es weint.
"Okay, ich
schau mir deinen Bruder mal an, ja?", ich reichte ihr meine Hand:
"Führ mich zu deinem O-nii-sama, ja?" Das Mädchen nickte glücklich,
wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und zog mich ihr hinterher.
Ihr Bruder lag
in einer kleinen Hütte am Rande der Stadt. An seinem Bett stand nur seine
Mutter.
"Hana-chan!",
rief sie erfreut, als sie meine kleine Führerin sah. Dann erblickte sie mich,
richtete sich auf und meinte höflich: "Elea-sama! Danke, das Ihr gekommen
seid."
"Wie geht
es ihm?", wollte ich wissen und betrat die Hütte. In mir schrieen alle
Alarmglocken, doch ich ignorierte sie.
"Es ist
schlimmer geworden."
"Darf ich
...?", fragte ich. Die Frau nickte und ich trat an das Bett des Vampirs
heran.
Der Junge war
wunderschön.
Ich schlug die
Bettdecke zurück. An der Seite des Jungen klaffte eine riesige Wunde. Sie sah
entzündet aus.
Das war keine
normale Wunde! Ich fuhr zurück. Deswegen konnte der Vampir sich nicht selbst
heilen!
Vampirwaffen,
sogenannte Hunterwaffen, sind so geschmiedet, das sie sogar Vampire töten
können. Und das war ganz eindeutig die Wunde einer solchen Waffe.
"Wie ...
ist das passiert?", wollte ich wissen.
"Er hat ...
er wollte doch nur ... er ist ein so kleiner Junge ... er ...", stammelte
die Mutter.
"Was ist
passiert?"
"O-nii-sama
wollte nur ein wenig essen holen. Da haben die Wächter ihn gefangen!",
murmelte Ko-Chan.
Ich nicke. Davon
hatte ich schon gehört.
Ich hatte mir
aber nie vorgestellt, das es so schlimm sein kann.
Langsam griff
ich zu dem Dolch in meinem Gürtel. Ich könnte diesen Jungen retten.
Ich kenne ihn
nicht und ich kann Vampire nicht leiden. Warum also? Ich weiß es nicht.
Vielleicht, um mein Gewissen zu beruhigen. Vielleicht, weil der Junge mir
gefällt. Vielleicht gibt es auch einen tieferen Grund.
Der Dolch
durchschnitt meine Handfläche. Blut tropfte auf die weiße Haut des
Jungen.
Ich sah
zum Fenster und erblickte Callie. Nur wenige Augenblicke, dann war sie
verschwunden.
Doch ich hatte
etwas gesehen.
Bissspuren.
An Callies
Hals.
In diesem
Augenblick wurde mir alles klar.
Warum Callie
gelogen hatte.
Warum der Rat
uns hergeholt hatte.
Warum dieser
Junge verletzt worden war.
Doch es war zu
spät.
Irgendetwas
hartes traf meinen Hinterkopf und ich brach bewusstlos zusammen.
Als ich wieder aufwachte, war ich in der Situation, die ich am Anfang beschrieben hatte.
Am Rande eines
Überwachungssees und gefesselt.
Mein Kopf tut
höllisch weh.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen