Heute ist Lirion aufgewacht.
Ähm ...
Und er hatte einen "Wutanfall". In Anführungszeichen, weil man das nicht wirklich als einen Anfall bezeichnen kann. Aber ich glaube, da sollte ich mich glücklich schätzen, oder?
Naja.
Wir waren also gestern satt und zufrieden ins Bett gegangen.
Ich wurde heute nicht von Julius geweckt, wofür ich sehr dankbar war. Bin schließlich auch nur ein kleines Mädchen, das seinen Schönheitsschlaf braucht (Scherz xD)
Okay, jetzt mal ernsthaft. Das ist schließlich kein Kleines-Mädchen-Blog, sondern ein ernsthafter Blog!!!
(und bitte verkneift euch Kommentare in diese Richtung, ja? So etwas würde mein Selbstwertgefühl auf Kellerniveau senken -.-)
Also, ich wachte so um 8 auf. Im Gemeinschaftsraum schliefen alle noch, also ging ich raus ins Atrium und setzte mich an den Rand des Brunnens.Bzw. kniete ich mich auf den Boden, lehnte mich an den Rand und ließ meine Hände in das Wasser baumeln.
Ich schloss meine Augen.
Einige Zeit später spürte ich, wie sich jemand neben mich an den Brunnen setzte.
Ich ließ meine Augen zu.
"Hey.", diese Stimme. Erschrocken sprang ich auf.
"Elea", lächelte Lirion.
"Ha ... Hallo.", stammelte ich: "Wie ... gehts dir?"
"Och, ganz gut.", meinte mein Chef: "Was ist denn hier passiert?"
"Nichts wichtiges. Wir hatten eine Art Hungersnot, aber ich konnte das regeln!"
"Ach wirklich?", fragte Lirion belustigt. Dann war sein Lächeln mit einem Schlag verschwunden. Mit eiskalter Stimme fragte er: "Hat Karina dich etwa reingelassen?"
Das war so was von klar gewesen! Wie hatte ich nur einen kurzen Moment lang glauben können, so etwas vor Lirion geheimhalten zu können und ungeschoren davonzukommen?
"... ich hab sie überredet, ja.", meinte ich niedergeschlagen.
Lirion kniff wütend seine Stirn zusammen.
Dann entspannte er sich wieder.
"Es gab wahrscheinlich keinen anderen Ausweg."
Ich nickte eifrig.
"Und jetzt müsste ich ...", ich deutete in Richtung Gemeinschaftsraum.
Auch wenn ich Julius inzwischen verziehen hatte, rächen musste ich mich trotzdem (*devil*)
"Natürlich."
Ich ging zur Tür. Im Rahmen drehte ich mich noch einmal um: "Karina hat gesagt, das sie dich sehen will."
Lirion lächelte und ich betrat den Gemeinschaftsraum.
Julius schlief auf einem einzelnen Sofa, so dass niemand anderes "Schaden" nehmen konnte.
Ich nahm einen der Feuerlöscheimer neben dem Kamin und schlich mich langsam auf mein Opfer zu.
Als ich neben ihm stand, trat ich mit dem Fuß an das Sofa.
"Guten Morgen!", flüsterte ich und kippte Julius das Wasser über den Kopf.
Was danach geschah, will ich nicht weiter beschreiben, aber er benutze sehr viel originellere Sprüche als ich, das muss ich ihm schon mal lassen.
Würde ich sie hier hinposten, ich glaube, Blogpost würde sie wieder entfernen^^
"Zumindest hattest du jetzt eine Dusche.", meinte Lukas belustigt, als Julius aufgehört hatte zu fluchen.
Ich grinste.
"Du sollst mal zum Tresor kommen", teilte mir Luke, einer der Magier um Rayan, mit.
"Sagt wer?"
"Lirion."
"Okay. Ich komme.", zu den anderen gewandt: "Leute, ich muss gehen. Ich glaub, Lirion will mich skalpieren, also ..." Ich drehte mich um und folgte Luke zum Tresor.
"Lass uns allein.", befahl Lirion, als wir unten ankamen.
Der Magier nickte und ging nach einer kurzen Verbeugung zurück ins Atrium.
"Lirion."
"Elea.", mein Chef seuftze auf: "Ich hatte dir doch verboten, allein ins Zeitlosland zu gehen, oder?"
"Ja, aber ...", versuchte ich mich zu rechtfertigen, doch Lirion unterbrach mich: "Karina könnte aus Spaß versuchen, dich in den Timechanger zu stecken. Für sie würde es kein Unterschied machen, für sie wärst du immer da, aber denk doch mal an uns!"
"Karina würde so etwas niemals machen!!!", meinte ich wütend: "Und das solltest du am Besten wissen!"
Lirion senkte betreten seinen Kopf.
"Ich will dich doch nur nicht noch ein weiteres Mal verlieren ...", flüsterte er.
Ich schluckte hart.
"Das wirst du nicht.", ich lächelte und nahm ihn in den Arm.
"Aber du musst mir erzählen, was es damit auf sich hat!"
"Okay", nickte Lirion. Er nahm mich an der Hand und führte mich zu der Bank gegenüber des Tresors.
"Schließ deine Augen.", befahl er. Ich schloss sie zu.
Augenblicklich befand ich mich in einer anderen Welt. Das sind Lirions Erinnerungen!, durchzuckte es nmich.
Du weißt ja sicher, das ich schon sehr lange lebe., Lirions Stimme schien von überall und doch von nirgenwo zu kommen: In den Geschichtsbüchern wird die Zeit vor dem Pakt immer als kalt und schrecklich beschrieben, doch so schlimm war es gar nicht! Zumindest nicht immer. , er lächelte: Ich war damals noch jung. Meine Eltern lebten noch. Doch dann kam der Pakt. Und er wurde nicht so widerstandslos angenommen wie immer erzählt wird!, ich sah ein Gruppe kämpfender Männer und Frauen, Vampire. Sie verteidigten ein kleines Dorf, in dem sich zitternde Kinder in einem altes Haus versteckten.
Um den rebellierenden Vampiren Einhalt zu gebieten, beschloss das Magicon, die Anzahl auf ein Minimum zu dezimieren. Sie griffen unschuldige und friedliche Dörfer an, da sie nicht an die großen Festungen der Vampirfürsten herankamen.
Brennende Dörfer. Schreiende blutverschmierte Kinder.
Wir konnten das nicht dulden, also gründeten wir eine Widerstandsbewegung.
In dieser Zeit lernte ich auch Karina kennen und baute ihr den Eingang zum Zeitlosland.
Sie beschloss, das es das Hauptquartier unserer Rebellion werden sollte.
Alle, die Schutz suchten, fanden ihn bei uns. Das Zeitlosland war unendlich, deswegen mangelte es uns an nichts.
Bis das Magicon den Eingang entdeckte.
Es folgten eine Unzahl an Angriffen. Doch sie kamen niemals bis zu uns durch, zu sicher war der Zauber, den ich um das Tor gesponnen hatte.
Auch meine Eltern suchten Schutz bei uns.
In dieser Zeit starb meine Mutter und mein Vater fand in Aria seine große Liebe. Ich habe ihm das lange Zeit nicht verzeihen können.
Die Vampirin bekam ein Kind und das Magicon realisierte, das es ein großes Symbol war. Ein Mädchen, das halb Vampir und halb Mensch ist, geboren von einer der Gründerin des Paktes!!!
Sie fingen an, es zu jagen. Sie wandten alle erdenklichen Mittel an, doch sie kamen nicht an es heran.
Doch da bündelten sie alle ihre Kräfte und griffen das Zeitlosland an.
Durch die Intensität dieses Zaubers wurde ich kurzzeitig betäubt und auch die Macht Arias konnte nicht viel ausrichten, denn der Gegner war ihr Bruder.
Die Wände bebten. Wir sahen das Ende kommen. Karina war schon zum Geist geworden und ich hatte ihre Seele im Zeitlosland eingefangen.
Aber wir waren dem Magicon schutzlos ausgeliefert, also machten wir einen Handel. Wir würden ihnen dieses Kind geben, und dafür würden wir unbehelligt bleiben.
Aria schrie und wehrte sich, doch sie konnte nichts ausrichten.
Das Mädchen wurde zu den Lords gebracht.
Wir alle durften sicher leben.
Doch irgendwann, Monate später, hielt Aria es nicht mehr aus, ihr Kind in den Fängen ihres Bruders zu sehen. Sie schmiedete einen Plan und in einer dunklen Neumondnacht raubte sie es und brachte es ins Zeitlosland.
Die Schergen Arians dicht an den Füßen blieb ihr nichts anderes als das Kind in den Timechanger zu legen. Gleich darauf waren die Leute ihres Bruders über ihr und das nächste Mal, als ich sie sah, lag sie in Ketten in einem der tiefsten Verliese der Burg ihres Bruder.
Doch auf ihren Lippen lag ein seliges Lächeln.
Dieses Kind, dieses Symbol des Zusammenlebens zwischen Vampiren und Menschen, hatte einen Smaragd in sein Handgelenk eingearbeitet.
Lirion ließ meine Hand los.
Ich schluckte hart.
Dieses Kind. Das war ich!
Ich war Arias Kind!
Ich war Lirions Halbschwester und rein logischer Weise nur etwas jünger als der Pakt selber.
Ich war Halb Vampir!!!
Ich schob mich von Lirion weg. Geschockt sah ich ihn an, während ich mit einer Hand über den Smaragd strich.
Plötzlich bebte die Erde. Erschrocken sprang ich auf.
"Was ist das?", rief ich gegen das Knarren der Felsen an.
"Sie greifen wieder an.", murmelte Lirion düster.
"Wir müssen ins Atrium! Wir müssen die anderen warnen! Wir ...", mein Bruder schnappte sich mein Handgelenk und zerrte mich hoch.
"Los, komm!", fauchte er. Ich nickte und rannte ihm hinterher ins Atrium.
Hier hatten sich inzwischen alle Mitglieder des Magicons eingefunden.
Alle riefen durcheinander, doch mit einem lauten "RUHE!" brachte Lirion sie zum Schweigen.
Er stellte sich auf den Rand des Brunnens.
"Wir werden erneut angegriffen.", teilte er mit. Ich nahm Lukas' Hand.
Die Erde bebte erneut und Putz rieselte von der Decke.
Ein größerer Felsbrocken löste sich.
Erschrocken versuchte die Menge sich in Sicherheit.
Ich trat vor. Der Edelstein an meinem Handgelenk blitzte grün auf, als ich den Felsen in der Luft zerspringen ließ. Ein feiner Staubregen ging auf die Menge hinunter.
Lirion nickte mir dankbar zu.
"Ich weiß nicht, ob ich den Angriff ein weiteres Mal abwehren kann. Vermutlich ist dies Arian oder irgendein anderer Vampirfürst aus der alten Zeit, der Rache für Arians Verbannung nehmen will.", er sah nach unten, hob dann aber wieder seinen Blick: "Ich vertraue euch allen. Ihr habt dem Magicon viele Jahre lang treu gedient. ", erneut ging ein Beben durch die Wände. Erschrocken schrieen einige auf.
"Wir werden diesen Angriff gemeinsam zurückschlagen!", rief Lirion gegen das immer lauter werdende Geräusch fallender Felsbrocken in weiter entfernten Hallen an: "Wir sind das Magicon und werden uns nicht von irgendeinem einfachen Vampirfürsten einschüchtern lassen!!!"
Die Menge jubelte.
Ich hielt mir die Ohren zu.
"Die, die Kämpfen können, finden sich bitte hier ein. Der Rest begibt sich bitte in Richtung Tresor."
Gemurmel wurde laut, doch allmählich teilte sich die Menge in zwei Gruppen.
Ein Großteil begab sich hinunter in die Kellerräume.
Zurückblieben nur ungefähr 100 Personen.
Lirion kam auf mich zu.
"Geh zu Karina und sag ihr, das das, was wir befürchtet haben, eingetreten ist. Sie wird sich öffnen, die Flüchtlinge aber in einen nicht so gefährlichen Bereich des Zeitloslandes bringen. Danach kommst du sofort zurück!", befahl er. Ich nickte und rannte der Menge hinterher.
Doch bis zum Tresor kam ich nicht vor. Der Gang war blockiert.
Kurzerhand berührte ich den Stein in meinem Handgelenk. Ich begann zu schweben.
Ich richtete die Hand nach vorne und schoss über die Köpfe der anderen hinweg in Richtung des Tresors.
Vor der Tür blieb ich in der Luft schweben.
"Das, das wir befürchtet haben, ist eingetreten!", brüllte ich.
Ich hab verstanden.
Die Türen begannen sich zu öffnen.
Die Menge ergoß sich in den Tresor.
Als der Platz vor ihm leer war und ich wieder auf dem Boden stand, hörte ich Karina in meinen Gedanken: "Komm sicher zurück, Arias Tochter. Wir dürfen dich nicht verlieren! Viel Glück."
Ich nickte und rannte zurück.
Wir stehen jetzt im Atrium, während sich irgendetwas durch die Decke bohrt. Ich stehe neben Lirion, Daniel, Julius und Lukas auf dem Brunnen.
Ich weiß nicht, ob ich das überlebe, deswegen schreibe ich den Eintrag schon jetzt.
Wünscht mir Glück.
Wir werden es brauchen.
Ähm ...
Und er hatte einen "Wutanfall". In Anführungszeichen, weil man das nicht wirklich als einen Anfall bezeichnen kann. Aber ich glaube, da sollte ich mich glücklich schätzen, oder?
Naja.
Wir waren also gestern satt und zufrieden ins Bett gegangen.
Ich wurde heute nicht von Julius geweckt, wofür ich sehr dankbar war. Bin schließlich auch nur ein kleines Mädchen, das seinen Schönheitsschlaf braucht (Scherz xD)
Okay, jetzt mal ernsthaft. Das ist schließlich kein Kleines-Mädchen-Blog, sondern ein ernsthafter Blog!!!
(und bitte verkneift euch Kommentare in diese Richtung, ja? So etwas würde mein Selbstwertgefühl auf Kellerniveau senken -.-)
Also, ich wachte so um 8 auf. Im Gemeinschaftsraum schliefen alle noch, also ging ich raus ins Atrium und setzte mich an den Rand des Brunnens.Bzw. kniete ich mich auf den Boden, lehnte mich an den Rand und ließ meine Hände in das Wasser baumeln.
Ich schloss meine Augen.
Einige Zeit später spürte ich, wie sich jemand neben mich an den Brunnen setzte.
Ich ließ meine Augen zu.
"Hey.", diese Stimme. Erschrocken sprang ich auf.
"Elea", lächelte Lirion.
"Ha ... Hallo.", stammelte ich: "Wie ... gehts dir?"
"Och, ganz gut.", meinte mein Chef: "Was ist denn hier passiert?"
"Nichts wichtiges. Wir hatten eine Art Hungersnot, aber ich konnte das regeln!"
"Ach wirklich?", fragte Lirion belustigt. Dann war sein Lächeln mit einem Schlag verschwunden. Mit eiskalter Stimme fragte er: "Hat Karina dich etwa reingelassen?"
Das war so was von klar gewesen! Wie hatte ich nur einen kurzen Moment lang glauben können, so etwas vor Lirion geheimhalten zu können und ungeschoren davonzukommen?
"... ich hab sie überredet, ja.", meinte ich niedergeschlagen.
Lirion kniff wütend seine Stirn zusammen.
Dann entspannte er sich wieder.
"Es gab wahrscheinlich keinen anderen Ausweg."
Ich nickte eifrig.
"Und jetzt müsste ich ...", ich deutete in Richtung Gemeinschaftsraum.
Auch wenn ich Julius inzwischen verziehen hatte, rächen musste ich mich trotzdem (*devil*)
"Natürlich."
Ich ging zur Tür. Im Rahmen drehte ich mich noch einmal um: "Karina hat gesagt, das sie dich sehen will."
Lirion lächelte und ich betrat den Gemeinschaftsraum.
Julius schlief auf einem einzelnen Sofa, so dass niemand anderes "Schaden" nehmen konnte.
Ich nahm einen der Feuerlöscheimer neben dem Kamin und schlich mich langsam auf mein Opfer zu.
Als ich neben ihm stand, trat ich mit dem Fuß an das Sofa.
"Guten Morgen!", flüsterte ich und kippte Julius das Wasser über den Kopf.
Was danach geschah, will ich nicht weiter beschreiben, aber er benutze sehr viel originellere Sprüche als ich, das muss ich ihm schon mal lassen.
Würde ich sie hier hinposten, ich glaube, Blogpost würde sie wieder entfernen^^
"Zumindest hattest du jetzt eine Dusche.", meinte Lukas belustigt, als Julius aufgehört hatte zu fluchen.
Ich grinste.
"Du sollst mal zum Tresor kommen", teilte mir Luke, einer der Magier um Rayan, mit.
"Sagt wer?"
"Lirion."
"Okay. Ich komme.", zu den anderen gewandt: "Leute, ich muss gehen. Ich glaub, Lirion will mich skalpieren, also ..." Ich drehte mich um und folgte Luke zum Tresor.
"Lass uns allein.", befahl Lirion, als wir unten ankamen.
Der Magier nickte und ging nach einer kurzen Verbeugung zurück ins Atrium.
"Lirion."
"Elea.", mein Chef seuftze auf: "Ich hatte dir doch verboten, allein ins Zeitlosland zu gehen, oder?"
"Ja, aber ...", versuchte ich mich zu rechtfertigen, doch Lirion unterbrach mich: "Karina könnte aus Spaß versuchen, dich in den Timechanger zu stecken. Für sie würde es kein Unterschied machen, für sie wärst du immer da, aber denk doch mal an uns!"
"Karina würde so etwas niemals machen!!!", meinte ich wütend: "Und das solltest du am Besten wissen!"
Lirion senkte betreten seinen Kopf.
"Ich will dich doch nur nicht noch ein weiteres Mal verlieren ...", flüsterte er.
Ich schluckte hart.
"Das wirst du nicht.", ich lächelte und nahm ihn in den Arm.
"Aber du musst mir erzählen, was es damit auf sich hat!"
"Okay", nickte Lirion. Er nahm mich an der Hand und führte mich zu der Bank gegenüber des Tresors.
"Schließ deine Augen.", befahl er. Ich schloss sie zu.
Augenblicklich befand ich mich in einer anderen Welt. Das sind Lirions Erinnerungen!, durchzuckte es nmich.
Du weißt ja sicher, das ich schon sehr lange lebe., Lirions Stimme schien von überall und doch von nirgenwo zu kommen: In den Geschichtsbüchern wird die Zeit vor dem Pakt immer als kalt und schrecklich beschrieben, doch so schlimm war es gar nicht! Zumindest nicht immer. , er lächelte: Ich war damals noch jung. Meine Eltern lebten noch. Doch dann kam der Pakt. Und er wurde nicht so widerstandslos angenommen wie immer erzählt wird!, ich sah ein Gruppe kämpfender Männer und Frauen, Vampire. Sie verteidigten ein kleines Dorf, in dem sich zitternde Kinder in einem altes Haus versteckten.
Um den rebellierenden Vampiren Einhalt zu gebieten, beschloss das Magicon, die Anzahl auf ein Minimum zu dezimieren. Sie griffen unschuldige und friedliche Dörfer an, da sie nicht an die großen Festungen der Vampirfürsten herankamen.
Brennende Dörfer. Schreiende blutverschmierte Kinder.
Wir konnten das nicht dulden, also gründeten wir eine Widerstandsbewegung.
In dieser Zeit lernte ich auch Karina kennen und baute ihr den Eingang zum Zeitlosland.
Sie beschloss, das es das Hauptquartier unserer Rebellion werden sollte.
Alle, die Schutz suchten, fanden ihn bei uns. Das Zeitlosland war unendlich, deswegen mangelte es uns an nichts.
Bis das Magicon den Eingang entdeckte.
Es folgten eine Unzahl an Angriffen. Doch sie kamen niemals bis zu uns durch, zu sicher war der Zauber, den ich um das Tor gesponnen hatte.
Auch meine Eltern suchten Schutz bei uns.
In dieser Zeit starb meine Mutter und mein Vater fand in Aria seine große Liebe. Ich habe ihm das lange Zeit nicht verzeihen können.
Die Vampirin bekam ein Kind und das Magicon realisierte, das es ein großes Symbol war. Ein Mädchen, das halb Vampir und halb Mensch ist, geboren von einer der Gründerin des Paktes!!!
Sie fingen an, es zu jagen. Sie wandten alle erdenklichen Mittel an, doch sie kamen nicht an es heran.
Doch da bündelten sie alle ihre Kräfte und griffen das Zeitlosland an.
Durch die Intensität dieses Zaubers wurde ich kurzzeitig betäubt und auch die Macht Arias konnte nicht viel ausrichten, denn der Gegner war ihr Bruder.
Die Wände bebten. Wir sahen das Ende kommen. Karina war schon zum Geist geworden und ich hatte ihre Seele im Zeitlosland eingefangen.
Aber wir waren dem Magicon schutzlos ausgeliefert, also machten wir einen Handel. Wir würden ihnen dieses Kind geben, und dafür würden wir unbehelligt bleiben.
Aria schrie und wehrte sich, doch sie konnte nichts ausrichten.
Das Mädchen wurde zu den Lords gebracht.
Wir alle durften sicher leben.
Doch irgendwann, Monate später, hielt Aria es nicht mehr aus, ihr Kind in den Fängen ihres Bruders zu sehen. Sie schmiedete einen Plan und in einer dunklen Neumondnacht raubte sie es und brachte es ins Zeitlosland.
Die Schergen Arians dicht an den Füßen blieb ihr nichts anderes als das Kind in den Timechanger zu legen. Gleich darauf waren die Leute ihres Bruders über ihr und das nächste Mal, als ich sie sah, lag sie in Ketten in einem der tiefsten Verliese der Burg ihres Bruder.
Doch auf ihren Lippen lag ein seliges Lächeln.
Dieses Kind, dieses Symbol des Zusammenlebens zwischen Vampiren und Menschen, hatte einen Smaragd in sein Handgelenk eingearbeitet.
Lirion ließ meine Hand los.
Ich schluckte hart.
Dieses Kind. Das war ich!
Ich war Arias Kind!
Ich war Lirions Halbschwester und rein logischer Weise nur etwas jünger als der Pakt selber.
Ich war Halb Vampir!!!
Ich schob mich von Lirion weg. Geschockt sah ich ihn an, während ich mit einer Hand über den Smaragd strich.
Plötzlich bebte die Erde. Erschrocken sprang ich auf.
"Was ist das?", rief ich gegen das Knarren der Felsen an.
"Sie greifen wieder an.", murmelte Lirion düster.
"Wir müssen ins Atrium! Wir müssen die anderen warnen! Wir ...", mein Bruder schnappte sich mein Handgelenk und zerrte mich hoch.
"Los, komm!", fauchte er. Ich nickte und rannte ihm hinterher ins Atrium.
Hier hatten sich inzwischen alle Mitglieder des Magicons eingefunden.
Alle riefen durcheinander, doch mit einem lauten "RUHE!" brachte Lirion sie zum Schweigen.
Er stellte sich auf den Rand des Brunnens.
"Wir werden erneut angegriffen.", teilte er mit. Ich nahm Lukas' Hand.
Die Erde bebte erneut und Putz rieselte von der Decke.
Ein größerer Felsbrocken löste sich.
Erschrocken versuchte die Menge sich in Sicherheit.
Ich trat vor. Der Edelstein an meinem Handgelenk blitzte grün auf, als ich den Felsen in der Luft zerspringen ließ. Ein feiner Staubregen ging auf die Menge hinunter.
Lirion nickte mir dankbar zu.
"Ich weiß nicht, ob ich den Angriff ein weiteres Mal abwehren kann. Vermutlich ist dies Arian oder irgendein anderer Vampirfürst aus der alten Zeit, der Rache für Arians Verbannung nehmen will.", er sah nach unten, hob dann aber wieder seinen Blick: "Ich vertraue euch allen. Ihr habt dem Magicon viele Jahre lang treu gedient. ", erneut ging ein Beben durch die Wände. Erschrocken schrieen einige auf.
"Wir werden diesen Angriff gemeinsam zurückschlagen!", rief Lirion gegen das immer lauter werdende Geräusch fallender Felsbrocken in weiter entfernten Hallen an: "Wir sind das Magicon und werden uns nicht von irgendeinem einfachen Vampirfürsten einschüchtern lassen!!!"
Die Menge jubelte.
Ich hielt mir die Ohren zu.
"Die, die Kämpfen können, finden sich bitte hier ein. Der Rest begibt sich bitte in Richtung Tresor."
Gemurmel wurde laut, doch allmählich teilte sich die Menge in zwei Gruppen.
Ein Großteil begab sich hinunter in die Kellerräume.
Zurückblieben nur ungefähr 100 Personen.
Lirion kam auf mich zu.
"Geh zu Karina und sag ihr, das das, was wir befürchtet haben, eingetreten ist. Sie wird sich öffnen, die Flüchtlinge aber in einen nicht so gefährlichen Bereich des Zeitloslandes bringen. Danach kommst du sofort zurück!", befahl er. Ich nickte und rannte der Menge hinterher.
Doch bis zum Tresor kam ich nicht vor. Der Gang war blockiert.
Kurzerhand berührte ich den Stein in meinem Handgelenk. Ich begann zu schweben.
Ich richtete die Hand nach vorne und schoss über die Köpfe der anderen hinweg in Richtung des Tresors.
Vor der Tür blieb ich in der Luft schweben.
"Das, das wir befürchtet haben, ist eingetreten!", brüllte ich.
Ich hab verstanden.
Die Türen begannen sich zu öffnen.
Die Menge ergoß sich in den Tresor.
Als der Platz vor ihm leer war und ich wieder auf dem Boden stand, hörte ich Karina in meinen Gedanken: "Komm sicher zurück, Arias Tochter. Wir dürfen dich nicht verlieren! Viel Glück."
Ich nickte und rannte zurück.
Wir stehen jetzt im Atrium, während sich irgendetwas durch die Decke bohrt. Ich stehe neben Lirion, Daniel, Julius und Lukas auf dem Brunnen.
Ich weiß nicht, ob ich das überlebe, deswegen schreibe ich den Eintrag schon jetzt.
Wünscht mir Glück.
Wir werden es brauchen.
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