Samstag, 16. Februar 2013

Karina

So.
Ihr wundert euch jetzt bestimmt, warum ich schon wieder den Post einen Tag zu spät mache, oder?
Naja, ich wurde gestern übels früh geweckt, und danach musste ich ohne Pause bis in die frühen Morgenstunden des heutigen Tages hinein irgendwelche dummen Jobs erledigen.
Also, ich lag friedlich auf einem der Sofas im Gemeinschaftsraum, schlummerte und war im wunderbaren Land der Träume. Da gießt mir irgendso ein Scherzkeks einen Eimer kalten Wassers über den Kopf!!!
Dieser *Aus altersbeschränkten Gründen wurde dieser Teil entfernt. Wir bitten um Ihr Verständnis und hoffen, Sie trotzdem bald wieder auf Blogspot begrüßen zu dürfen*
Naja, auf jeden Fall beruhigte ich mich irgendwann ud hörte auf, auf Julius einzuschimpfen.
Im Nachhinein kommt mir meine Reaktion etwas komisch vor, aber ... nun ja, ich hab geschlafen und war da wohl noch nicht ganz bei Sinnen.
Okay, es gab so gut wie nchts zu essen, da wir nicht an die Lebensmittel in den Kellern rankamen, solange Lirion schlief.
Ich beauftragte einen Großteil meiner Leute (dazu gehörte jetzt mehr als die Hälfte des Magicons!!!), nach Essen zu suchen.
Mein Magen knurrte laut.
Ich hatte seit gestern Morgen nichts gegessen.
Schlechte Laune war vorprogrammiert.
Nachdem ich einen jungen Magier angeschrieen hatte, weil er etwas zu laut Musik gehört hatte, stand ich auf und ging in Richtung Tresor. Ich hatte mir verboten, etwas von den kargen Vorräten an Lebensmitteln zu essen, die wir bis jetzt zusammengesucht hatten, aber vielleicht könnte ich wenigstens dort was anrichten.
Und wenn nicht, dann wären dort nicht so viele Leute, die ich anschreien kann.
Lukas, Daniel und Julius begleiteten mich.
Unten traf ich auf Rayan.
Lukas Augen verengten sich wütend, als er den Vampir sah, ihm waren meine Besucte im Krankenhaus nicht entgangen.
Ich lächelte dem Vampir zu.
Mein Freund legte mir den Arm um die Schulter.
Ich hauchte ihm einen Kuss auf die Wange, dann ging ich an Rayan vorbei zu der rieisigen Tresortür.
Sie war ca 5 Meter hoch, 6 Meter breit und bestand aus mit Magie gefestigten Stahl.
"Was habt ihr versucht?", fragte ich Rayan.
"Javen und Luke...", er nickte zu zwei anderen Jungen, die an der Tür lehnten und anscheinend mit sich selbst sprachen: " ...haben versucht, die Tür zum Öffnen zu überreden, aber sie ist aus irgendeinem Grund beleidigt.", er zuckte mit den Schultern: "Meiner Meinung nach ist eine sprechende Tür etwas zu viel des Guten. Ich glaube, diesmal hat dieser Lirikan es übertrieben."
"Er heißt Lirion. Und diese Tür war schon da, als der Pakt des Magicons geschlossen wurde, also geht etwas respektvoll mit ihr um, ja?", ich strich über das Metall: "Karina ist sehr empfindlich."
"Karina? Diese ... Tür hat einen Namen?", Julius nickte anerkennend mit dem Kopf: "Dann muss sie ja wirklich was besonderes sein!"
"Genau.", ich lehnte meinen Kopf an das Metall und bedeutete Javen und Luke zu verschwinden. Die Beiden rappelten sich hoch und gingen zu Rayan.
"Hallo Elea.", hörte ich Karinas sanfte Stimme in meinem Kopf.
"Hey.", murmelte ich: "Wie gehts dir?"
"Ganz gut. Diese Idioten wollten mich dazu überreden, das ich mich öffne, aber ich hab sie geblockt.", ich hörte ihr Lachen. Sie war meine beste Freundin. Neben Callie.
"Wir haben ein kleines Problemchen, weißt du?", erzählte ich ihr: "Wir sind eingesperrt und haben nichts zu essen."
"Und da soll ich euch reinlassen?"
"Das wäre nett, ja."
"Vergiss es.", ich spürte, wie sie sich wieder verschließen wollte.
"Ich versteh das.", sie zögerte: "Du öffnest dich nur dem Chef des Magicons, richtig?"
"Ja, ich öffne mich nur Lirion. Er ist so ein Süßer, wie gehts ihm?", wollte sie wissen.
Ich grinste.
Jup, Lirions Verehrerin war eine Tür.
"Er hat seine Kraft nahezu vollständig aufgebraucht, als das Magicon angegriffen wurde.", begann ich zu erzählen, doch ich wurde von Karina unterbrochen: "Ist alles Okay bei ihm? Lebt er noch? Wann kommt er wieder her?" Ich konnte die Panik aus ihrer Stimme heraushören.
"Hey, ich sagte "nahezu". Er wird wieder Okay sein. Aber dafür braucht er was zu essen und wir anderen auch. Wir sind schließlich von organischen energiereichen Stoffen abhängig, das weißt du doch."
Daraufhin entstand eine längere Pause.
Ich fühlte ihren Zwiespalt.
Einerseits hatte sie geschworen, sich nur Lirion zu öffnen. Doch wenn sie sich mir nicht öffnete, dann würde Lirion vielleicht nie wieder hier hinunter kommen können.
"Schick mir seinen Stellvertreter runter.", befahl Karina.
"Der war nicht im Magicon. Ich bin seine Vertretung."
"Du?", die Tür kicherte: "Das ist ein Scherz, oder?" Sie lachte.
"Hey!", rief ich beleidigt: "Was ist daran so abwegig."
"Ähm ...", Karina lachte noch immer: "Okay. Geh zurück, ich öffne mich. Aber beeilt euch, ja?"
"Danke Karina! Sobald es Lirion wieder besser geht, schicke ich ihn hinunter!"
Ich trat zurück und zog Rayan, Luke und Javen mit.
Die Flügeltür, sorry, Karina schwang sich auf.
Von den anderen war kein Laut zu hören. Wahrscheinlich hatte sie der Anblick des Tresors so überrascht.
Meine Reaktion war eine ähnliche gewesen. Ich hatte mich einen Tag lang nicht von der Stelle rühren können und habe nur diesen Raum angestarrt.
Der Tresor war gefüllt mit allem, was man sich vorstellen konnte.
Aus allen Zeiten. Aus vergangen, aus heutigen, aus kommenden.
Deswegen war er auch so geschützt.
Niemand sollte frühzeitig an die Erfindungen des 3ten Zeitalters kommen.
"Okay, ihr müsst hierbleiben. Niemand darf den Tresor betreten.", befahl ich.
"Aber warum darfst du dann rein?", wollte Julius verwirrt wissen.
"Ich bin zeitlos. Also darf ich rein.", ich lächelte, hob meine Finger zum Peacezeichen: "Wir sehen uns gleich."
Ich betrat den Tresor.
Die Türen schlossen sich.
So wie immer war ich für einen kurzen Moment von der Macht der vielen Gegenstände in diesem endlosen Raum geblendet und schloss meine Augen.
Als ich sie wieder öffnete, stand Karina vor mir.
"Hey.", lächelte ich.
"Hey.", sie warf sich mir um den Hals.
Karina mangelte es hier unten an so gut wie nichts.
Eigentlich nur an einer Sache, und das waren Kontakte.
"Komm, ich führ dich zum Essen, okay?", ich nickte, immer noch leicht benommen.
Karina lief los. Nein, sie schwebte schwerelos durch die hohen Regale voller Gegenstände.
Sie war wunderschön. Ihre langen schwarzen Haare reichten ihr bis über den Po, sie trug ein langes hellblaues Kleid und war barfuß.
Aber sie war nur ein Geist.
Der Geist von Lirions Geliebten.
Er hatte diesen Raum für sie gebaut, damit es ihr niemals an irgendetwas mangeln würde.
Als sie starb, fing er ihre entschwindende Seele und schloss sie hier ein.
Aber sie war ihm nicht böse deswegen. Jetzt könnten sie bis in alle Ewigkeiten zusammenbleiben.
Ja. Lirion ist sehr viel älter als der Pakt.
So alt, das ich mich manchmal wundere, warum er noch am Leben ist.
Wundere, wie er all die Schmerzen des Lebens aushhält, all diese schmerzhaften Erinnerungen, angesammelt in seinem langen Leben.
"Hier ist es.", Karina führte mich zu einem Regal.
Ich sah nach oben.
Fleisch, Gemüse, Konserven und irgendwelche Riegel, die ich nicht kennen, stapelten sich in die Höhe.
"Ihr lebt grade in welchem Jahr?", fragte Karina.
"2013.", stieß ich hervor, ohne die Augen von dem Regal abzuwenden.
Essen verdarb in der wunderbaren Atmosphäre des Tresors nicht. Menschen verloren die Fähigkeit des Alterns, Tiere konnten nicht sterben. Es war ein Paradies.
Sozusagen.
Wenn man sich hier längere Zeit lang aufhält, erscheint einem das Leben sinnlos.
Nun ja, ein Fingerschnips von Karina und einiges an Essen erhob sich in die Luft.
"Darf ich ... es sehen?", fragte ich zögerlich.
"Ja. Darfst du. Ausnahmsweise, weil du mich vor diesen Idioten da vorne gerettet hast und weil Lirion nicht da ist."
Ich lächelte erleichtert, als Karina mich weiter in das Dickicht der Regale führte.
Die Lebensmittel flogen indes Richtung Ausgang.
"Hier ist es.", hauchte der Geist ehrfüchtig.
Ich sah vom Boden auf.
Hier stand der Zeitmixer.
Sein korrekter Name lautet Timechanger.
Wenn man ihn berührt, wird man in eine andere Zeit verfrachtet, während irgendetwas aus dieser Zeit zurückbleibt.
Dies ist der Ort, an dem ich von Karina gefunden wurde.
Ja.
Ich bin ein Ziehkind aus einer anderen Zeit,
Deswegen heiße ich ja auch zeitlös. Weil iniemand weiß, aus welchem Jahrhundert ich nun wirklich stamme.
Als Karina mich fand, war ich in ein altes Leinentuch ingewickelt, in mein Handgelenk war ein kleiner runder Smaragd eingearbeitet.
Ich strich über den kühlen Edelstein. Durch ihn war ich ständig mit dem Timechanger verbunden. Ich spürte seine Energie durch mich fließen.
An manchen Tagen wenn ich besonders traurig bin kann ich dem Drang, den Stein einfach zu berühren, nicht widerstehen. Aber Lirion will mich nicht noch einmal verlieren.
Was auch immer das bedeuten mag.
"Danke.", flüsterte ich.
Ein unbändiges Verlangen durchströmte meinen Körper, doch ich legte meine Hand auf den Smaragd und es ebbte ab. Nicht jetzt. Es ist noch nicht Zeit.
"Gehen wir.", murmelte ich.
Der Geist nickte.
Der Weg zurück verlief ohne weitere Zwischenfälle.
Karina umarmte mich ein letztes Mal, dann öffnete sich die Tür und sie verschwand.
Als ich aus dem Raum ging sah ich, das das Essen schon fein säuberlich aufgestapelt war. Ich lächelte. Auf die "Tür" war eben Verlass.
Bevor ich mich umschauen konnte, wurde ich von Lukas stürmisch umarmt.
"Was ist los?"; wollte ich leicht verwirrt wissen.
"Du warst fast einen ganzen Tag lang da drinne! Verdammt, weißt du, wie viele Sorgen wir uns gemacht haben???"
"Ein ... ganzer Tag?", ach ja, ich hatte vergessen zu erwähnen: Solange man im Tresor ist, verläuft die Zeit für einen ganz anders. Es können Jahre vergehen oder auch nur Sekunden, während es für sich selbst nur Minuten sind.
"Hey. Alles Ok. Und jetzt gibts was zu Essen!", ich schnippte und das Essen erhob sich in die Luft.
"Lasst uns die anderen nicht noch länger warten lassen."
Ich wurde den ganzen Abend lang als Heldin gefeiert.
Naja, ein wenig Ruhm hab ich doch verdient, oder ;DDDD
Glücklich und satt gingen wir alle ins Bett.
Mal schauen, was Lirion morgen dazu meinen wird, wenn er aufwacht ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen