Freitag, 8. Februar 2013

Ich will hier raus!

Oh  mein Gott, ich dreh durch.
Ich will hier raus!
Wir sind schon seit mindestens 24h hier drinne und noch kein Anzeichen für ein Ende.
Irgendwann hat Daniel begonnen, die Bücher zu lesen. Julius spielte auf seinem iPod rum. Ich pflegte Lukas' Wunde. Aber jetzt ist sie verbunden und ich hab nichts zu tun. Keine Lust auf Lesen.
Ich will hier raus!
Warum kann nicht irgendwer einfach nur meine Bitte erhören und uns erlösen?
Ich habe keine Ahnung, wie lange mein Handyakku noch hält. Bin mir nicht sicher, ob ich ihn gestern Abend aufgeladen hab. Vielleicht bricht er jeden Augenblick zusammen.
Ich will hier raus! 
Die Wände kommen immer näher. Ich kann nicht mehr atmen, ich kann micht nicht mehr bewegen.
Ich wusste gar nicht, das ich unter Platzangst leide.
Vielleicht sollte ich euch einfach mal irgendwas erzählen. Irgendwas aus meinem Leben...
Ah, jetzt kommt Julius zu mir, will nachsehen, was ich da so emsig tippe.
Ich brülle ihn an, er soll mich gefälligst in Ruhe lasse.
Entschuldige mich wieder bei ihm.
Hunger und Dunkelheit quält uns.
Ich will hier raus! 
Ich muss mich beruhigen. Einfach durchatmen und irgendwas auf den Blog schreiben. Es wird uns schon jemand finden. Lirion wird uns retten. Irgendwie. Er muss es einfach machen!
Also, eine Geschichte aus meinem Leben...
Mal überlegen ...
hm...
hm...
Mir fällt irgendwie nichts ein.
Vielleicht liegt das an der Angst.
Vielleicht an was anderem.
Ich will hier raus!
Okay, bei mir geht grad wirklich irgendwas schief. Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen. Anna, alles okay. Gleich wird der liebe Lirion kommen und dich retten, keine Sorge ...
Aber ich mache mir Sorgen, verdammt noch mal! Unser Chef hat so viele andere Aufgaben. Er könnte uns vergessen oder einfach vermuten, das wir etwas länger als normalerweise brauchen.
Vielleicht sollte ich einfach versuchen, aus eigener Kraft hier raus zu kommen.
Schließlich bin ich ein M-Agent und lasse mich bestimmt nicht so leicht unterkriegen!
Aber die Vampirverliese sind die sichersten weltweit. Wer einmal drinne ist, kommt nicht so einfach wieder heraus aus den dunklen Eingeweiden der Erde ...
halbe Stunde später
Lukas ist aufgewacht. Das erste, was er macht, ist mir zum Geburtstag gratulieren. Bzw. vorgratulieren, weil ich erst morgen habe. "Das bringt aber Unglück, das weißt du, oder?", weise ich ihn hin. "Was glaubst du den, warum ich es jetzt schon mache?"
Danke Lukas. Jetzt fühle ich mich gleich besser.
Mal sehen, ob wir morgen noch immer hier drinne stecken.
Ich hab keine Lust, meinen Geburtstag im Kellergwölbe zu feiern.
Ich will hier raus, verdammt noch mal!!!

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